Bunt ausgesucht
In dieser Rubrik veröffentlichen wir
Geschichten und Gedichte von unseren Besuchern.
Vielleicht haben auch Sie ein paar Zeilen geschrieben, an denen Sie andere
Menschen teilhaben lassen möchten. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail und hängen Ihr
geschriebenes Werk mit dran - unsere Besucher und wir freuen sich schon
darauf.
Veröffentlichung jederzeit unter Pseudonym möglich - * Name auf Wunsch geändert.
2 Gedichte, eingesandt von Arnim Schubring:
Strom des Lebens
Hoch oben auf dem Berg, da sprudelt etwas,
es ist feucht,
sehr nass.
Ich wandere hinauf,
Schritt für Schritt,
immer bergauf.
Heftiges Atmen zwingt mich zur Rast,
Zeit zum ausruhen,
ich setze mich nieder auf einen dicken Ast.
Unten im Tal,
ich erkenne die Straßen,
sie wirken klein, sehr schmal.
Klares Wasser neben mir im Bächlein,
schön anzusehen,
lädt mich ein zum Stelldichein.
Es ist ein weiter Weg bis oben,
ich gehe weiter,
muss mich nicht mehr schonen.
Die Sonne steht am höchsten Punkt,
ich fühle angenehmes,
es ist gesund.
Ich erkenne Wald und Flur,
bleibe stehen,
mächtig ist die Natur.
Habe mir viel vorgenommen,
ich habe es geschafft,
bin oben angekommen.
Ich sehe den Sonnenschein,
den Weitblick,
ich atme es ein.
Ich habe sie erreicht die Quelle,
schaue nach unten
und höre den Wasserfall im Gefälle.
Es war ein Muss,
ich habe ihn gesehen, gehört,
zuerst den Bach und dann den Fluss.
Ich stieg hinauf zur Quelle,
also gegen den Strom,
ich spürs, in mir ist es helle.
Bin unten angekommen,
stehe unterm Wasserfall und bin trocken.
Die sieben Stufen
Werde ich hinaufgehen …
sind sie wichtig, die sieben Stufen ?
ich betrete sie und werde es sehn`.
Auf der zweiten Stufe,
ich überlege lange,
fühle noch Schmerz,
mir ist bange.
Auf der Dritten,
Gestalten sind zu sehen,
sie unterhalten sich,
ich kann sie gut verstehen.
Die Vierte,
ich halte mich fest am Geländer,
sehe über mir Wolken,
sie haben dunkle Ränder.
Auf der Fünften,
ich fühle Mut,
vor mir der Horizont,
es atmet mich, tut gut.
Die Sechste,
vor mir kleine Lichter,
ich höre schöne Stimmen ...
nur noch eine Stufe, die Letzte.
Geschafft, ich möchte nicht mehr zurück,
fühle neue Kraft
und ich denke …
ich hatte Glück.
www.arnim-schubring.de
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Jugend und Alkohol, eingesandt von Reinhold Brust:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin durch zufall auf Ihrer Seite gelangt und habe den Artikel gelesen. Jugend und Alkohol
Erst vor einiger Zeit, habe ich mich selbst mit dem Thema Jugend und Alkohol auseinandergesetzt und diesen Artikel darüber
geschrieben. Ich dachte mir vielleicht passt er ganz gut auf eure Seite.
Ich jedenfalls würde mich freuen mit diesem von mir geschriebenen Artikel helfen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhold Brust
„Der Alkoholmissbrauch“ Akte 08 !
Und plötzlich bist du gefangen in deiner Sucht. Es ist keine Schande ein Alkoholproblem zu haben, jedoch sehr wohl, nichts
dagegen zu unternehmen. Die heutigen Alkoholkonsumenten werden immer jünger, der Alkohol fließt in Strömen. So ist es täglich
auf den Straßen, in Berufen und sogar schon in den Schulen. Niemand möchte dafür verantwortlich sein, lieber schaut die
Gesellschaft darüber hinweg, wenn es in den Medien heißt „Komasaufen“. Bis auf wenige Ausnahmen wie Selbsthilfegruppen, die
sich dem Kampf gegen die Sucht zu stellen. Ansonsten werden Unannehmlichkeiten betreffend Fehlverhalten mit Alkohol
verschwiegen, geheimgehalten oder ganz gern mal übersehen.
Es stellt sich die Frage, warum eigentlich ist kaum jemand bereit gegen die Sucht etwas zu unternehmen? Aus Bequemlichkeit
oder ist es die persönliche Hemmschwelle? Ich glaube, es ist eher die Angst vor Kritik. Niemand möchte in die Kritik
geraten, weil der eigene Sohn oder die Tochter ein Drogenproblem/Alkoholproblem hat.
Als Jugendlicher befand ich mich selbst in einer solchen Situation, immer wieder wurde gesoffen was das Zeug hergab. Ich
kann nachvollziehen, wie sich Jugendliche fühlen, die Mitglied einer solchen Clique sind, Abgrenzung bedeutet ausgeschlossen
werden, man wird zum "Looser". Daheim stehen die Eltern vor einem Rätsel und fragen sich, weshalb ihr Kind so oft betrunken
nach Hause kommt... Die Frage "warum nur" wird immer häufiger gestellt.
Die Gründe, die zu vermehrtem Trinken führen, sind vielschichtet. Oft fehlt es dem Jugendlichen an Selbstsicherheit,
Anerkennung oder an Elternliebe.
Bei Problemen fehlt der Zuhörer, sie fühlen sich allein, das Gespräch wird abgeblockt, den Eltern fehlt die Zeit und Kraft,
da sie sehr oft viel arbeiten müssen, selbst Sorgen und Nöte haben und keine Energie mehr, sich mit den Wehwehchen ihrer
Nachkommen zu beschäftigen., sie fühlen sich überfordert, ohne dies zuzugeben. Das Kind lernt nicht, sich seinen Problemen zu
stellen, als Erwachsener fehlt die gesunde Einstellung zum Leben, es zu meistern, will gelernt sein, es braucht Vorbilder,
die in unserer heutigen Konsumgesellschaft sehr selten geworden sind. Erwachsen werden ist ein langer, steiniger Weg.
Die Gefahr, süchtig zu werden, wird unterschätzt. Zuviel Drogen und Alkohol, das Widerstehen wird immer schwieriger.
Kummer, persönliche Probleme werden mit vermehrtem Konsum verdrängt. wenig Geld, Gruppendruck führt zu Leichtsinnigkeit und
diese wiederum kann zu kriminellem Fehlverhalten führen.
Kontakt: reinhold-brust@t-online.de
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| 2 Gedichte, eingesandt Ingrid Drapala:
Feind Alkohol von Ingrid Drapala
Ich geh in die Kneipe--- und bestell mir ein Bier
Und nehme mir vor--- ich bleib nicht lange hier
Die Zeit verrinnt--- hab nicht mehr dran gedacht
Da stehen auf dem Deckel--- mittlerweile schon acht
Der Wirt schmeißt gerade--- nen Besoffenen raus
Und mir ist ganz klar--- ich geh gleich nach Haus
Ein einziges noch--- dann werde ich gehen
Auf meinem Deckel--- da stehen bereits zehn
Ich muss aufs Klo--- find dort eine Frau
Sie liegt auf dem Boden--- ist sternhagelblau
Ich stell mir die Frage--- nach dem Sinn des Lebens
Doch ich find keine Antwort ---völlig vergebens
Natürlich bleibe ich nun--- noch etwas hier
Und auf dem Tresen steht schon--- ein neues Bier
Es folgen noch--- so zwei bis zehn
Und wieder nehme ich mir vor--- jetzt langsam zu gehen
Ein Kerl betritt die Kneipe--- in einer Leder-Kombi
Sein Gesicht erinnert--- an das eines Zombie
Er fragt mich gleich--- bist du schon lange hier
Und ich trinke mit ihm--- so mein dreißigstes Bier
Ich spüre--- wie meine Sinne schwinden
Und nehme mir vor--- noch einen zu trinken
Der Wirt steht gebeugt--- über der Kasse
Und zählt schon--- die eingenommene Asche
Gerne würde ich noch--- ein letztes Bier bestellen
Doch der Wirt beschließt--- die Stühle hochzustellen
Dann wank ich nach Hause ---und fühl mich allein
Und nehme mir vor ab morgen--- lass ich das Saufen sein
Mittags werde ich wach--- noch etwas benommen
Und frag mich--- wie bin ich hier hingekommen
War ich etwa ---schon im Delier
Am besten ich trinke--- erst mal ein Bier
Warum geht es mir--- so beschissen
Will ich--- von meinem Hausarzt wissen
Er schreibt mir ne Überweisung--- in eine Klinik
Und meint mein Problem--- sei wirklich schon riesig
Für die Klinik muss ich noch--- ein paar Sachen kaufen
Doch erst geh ich mir--- mal einen saufen
Wach werde ich--- auf der Intensivstation
Bin ich--- bei den Engeln schon?
Wie komm ich hier her--- will ich vom Pfleger wissen
Doch der drückt mich zurück--- in meine Kissen
An Händen und Füßen--- bin ich feste fixiert
Was ist denn--- um Gottes Willen passiert
Auf meiner Decke--- seh ich Spinnen laufen
Und wünschte mir--- ich hätte was zum Saufen
In der Infusion ---schwimmen große Fische
Doch meine Hände sind fest--- so dass ich keine erwische
Ich bin wütend und tobe---beginne zu schreien
Dann schlaf ich auch schon ---von der Sedierung ein
Wieder wach spüre ich--- mein Mund ist ganz trocken
Die Ärzte erzählen mir--- ich hätte erbrochen
Mein Körper schmerzt mir--- ich kann's nicht verstehen
Wie gerne würde ich ---jetzt einen trinken gehen
Die Ärzte stehen vor mir--- mit ernster Miene
Meine Atmung übernimmt nun--- eine Maschine
In meiner Harnröhre ---steckt ein Schlauch
Voll aufgetrieben--- ist mein Bauch
Sie sprechen--- von einer Leberzirrhose
Und die hätte ---eine schlechte Prognose
Ich hör schon wie um mich ---die Englein tanzen
Und mein Körper beginnt wieder mal--- sich zu verkrampfen
Wieder bei Sinnen ---sehe ich Blut auf meinen Kissen
Man sagt ich hätte mir--- im Krampf auf die Zunge gebissen
Sie haben mir einen Keil--- zwischen die Zähne geschoben
Mein Körper ist zu schwach--- um deshalb zu toben
Ich fühle mich--- wie in einem Rausch
Mein Herz schlägt schwach--- dann hört es auf
Meine Augen blicken starr--- wie eingefroren
Ich habe--- gegen den Alkohol verloren
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Ein Neubeginn von Ingrid Drapala
Heute lass ich--- mein erstes Glas stehen
Aber wie --- wird es morgen weitergehen
Die Antwort auf die Frage--- was wird morgen
Bereitet mir schon heute--- große Sorgen
Doch plötzlich--- wird mir vieles klar
Da gestern--- auch mal heute war
Ich trotze--- der noch ungläubigen Meute
Aus morgen mach ich--- auch" mein Heute"
Und aus übermorgen wird--- wie wunderbar
Auch mal" mein Heute"--- sonnenklar
Möge mein Körper--- die Kraft mir geben
Noch sehr sehr viele "Heute"--- zu erleben
Ich mag wieder--- selbst entscheiden
Nicht mehr unter--- dem Verlangen leiden
Mein Verlangen--- das soll sich beschränken
Auf "mein Heute" ---und ein anderes Denken
Mein Körper wird mir ---für diese Entscheidung danken
Er und ich sind es satt--- nur durchs Leben zu Wanken
Die Konfrontation--- vor der ich bisher scheute
Verlege ich kurzerhand--- auf "mein Heute"
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| eingesandt von Schnulli:
*Mahnungen von einem trockenen Alkoholiker(ICH)an alle,die dieses Suchmittel nehmen und glauben,es kontrollieren zu können.*
Ich trank vor Glück - und wurde unglücklich.
Ich trank vor Freude - und fühlte mich miserabel.
Ich trank aus Geselligkeit - und bekam Streit.
Ich trank aus Freundschaft - und schuf mir Feinde.
Ich trank um schlafen zu können - und wachte übernächtigt auf.
Ich trank um leichter sprechen zu können - und stammelte nur.
Ich trank um mich himmlisch zu fühlen - und hatte die Hölle.
Ich trank um zu vergessen - aber die Gedanken holten mich ein.
Ich trank um frei zu werden - und wurde abhängig.
Ich trank um Probleme zu lösen - aber Sie wurden immer mehr.
Ich trank um mit dem Leben fertig zu werden - und lud den Tod ein.
*Ich bin jetzt seit 11 Jahren absolut trocken und darauf bin ich stolz.*
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| eingesandt von Ernst:
GESTERN - HEUTE - MORGEN
Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir frei halten sollten von
Angst und Sorgen.
Einer dieser Tage ist Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, seelischen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht
mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld dieser Welt kann uns das Gestern nicht zurückbringen, wir können keine einzige Tat,
die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können kein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben.
Das Gestern ist vorbei !!!
Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit all seinen möglichen Gefahren, Lasten,
großen Versprechungen und weniger guten Leistungen.
Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.
Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz, oder hinter einer Wolkenwand. Aber eines ist sicher, sie
w i r d aufgehen ! Bis sie aufgeht, sollten wir uns über das Morgen keine Sorgen machen, weil Morgen noch nicht geboren ist.
Da bleibt nur ein Tag übrig.
HEUTE !
Jeder Mensch kann nur die Schlacht von einem Tag schlagen. Dass wir zusammenbrechen geschieht nur, wenn Du und Ich die Last
dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten –gestern und morgen – zusammenfügen. Es ist nicht die Erfahrung von heute, die die
Menschen verrückt macht; es ist die Reue und Verbitterung für etwas, was gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem,
was das Morgen uns bringen wird.
(Autor unbekannt)
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| eingesandt von Sissi:
Der böse Traum…..
Ich wollte träumen und ging in mein Bett hinein
konnte nicht schlafen doch mir viel vieles wieder ein.
Ein großer See mit Sonnenuntergang
Stille…., an meiner Seite mein Mann
Es war ein Augenblick der in meinem Leben stand.
doch worauf ich baute, war auf Sand.
Das Beste erfuhr ich erst nach Jahren,
denn 2 Kinder und 2 Herzen das Glück für mich waren.
Nach langer Zeit kehrte ich an den Strand zurück,
es war anders als damals….wo war das Glück?
Da plötzlich kam aus dem Wasser eine Hand…
Ich ging zu ihr und verlies das Land.
So warm und sicher schwamm ich noch nie…
bis ich nur noch merkte wie ich schrie!
Eine Kette mit einem Anker groß und schwer
riss mich in ein großes Meer.
Ganz unten mit einem kleinen Mensch der leben will
saß ich viele Jahre und hielt still.
Dann kam ein Tag, wo ich die Sonne verschwommen sah
Da muss ich hin….mit meinem Kind….doch der Weg war fern und nicht nah.
Ich erkannte erst jetzt, was an mir hing
es war diese Kette mit diesem Ding.
Mit aller Kraft wollt ich nach oben
es war so schwer und hab es immer verschoben
So verschwommen wie damals die Sonne war
Sah ich Gesichter und hörte Stimmen so wunderbar….
Ich riss an dem Anker mit aller Kraft
Ich musste nach oben, um mich wurde es Nacht
Mit Sand in der Hand und Tränen in den Augen
spürte ich das Leben und konnte es nicht glauben.
Die Kette bleibt für immer bei mir
Sie soll mich erinnern an diese Zeit und an hier.
Den See gibt es noch heute und er bleibt Realität
Er sagt mir nur eins: Kämpfe immer im Leben es ist nie zu spät
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| eingesandt von Ernst:
lebe jeden tag so als wär es dein letzter.......
mal so am rande erwähnt …
ich bin abhängigkeitserkrankt…schwerpunkt alk…lebe seit einiger zeit ohne alk , habe klassisch meinen weg ins alkfreie leben
bestritten nach fast 27 jahren im tran…und werde alles für mich mögliche tun um diesen zustand zu erhalten
mein weg war/ist … beratung…entgiftung und das für mich im rückblick wichtigste... selbsthilfegruppen sowie alkfreie treffs
zum austausch mit betroffenen … mir klarem suchtmittelfreiem kopf konnte ich dann meinen "scherbenhaufen" sichten und stück
für stück abarbeiten … womit ich bis heute noch beschäftigt bin … ich habe dann auch noch nach mehreren jahren der abstinenz
noch 1.5 jahre therapie in form von einzelgesprächen für mich genutzt.
in den gruppen wurde mir mal gesagt ... " bewege deinen vorsoffenen "arsch" in die gruppen egal wie sie heißen und unter
welcher fahne sie stehen … hinsetzen zuhören und glauben ist erst mal angesagt … höre dir verschiedene meinungen in den
gruppen an … suche das für dich wichtigste raus … bilde dir eine eigenen meinung darüber und fange dann an zu handeln
…deinen weg zu gehen … so habe ich es einfach gemacht … und bis heute mit erfolg …
bin aber immer wieder betroffen…wenn ich so zurückschaue…wie wir abhängigkeitserkrankten…wenn wir drauf sind….das thema
z.b. alkoholismus in eine richtung interpretieren…. die schon an verharmlosung bis verherrlichung grenzt….war bei mir aber
nicht anders als ich noch drauf war…finde es nur sehr bedenklich… wenn in einem alkchat diese meinung noch von vielen
chattern unterstützt wird in dem das ganze verharmlost wird mit "kleiner rückfall" …"kleiner fehltritt" …bisschen
ausgerutscht usw. ...kommt mir vor wie bisschen schwanger…was ja auch nicht geht …
ich meine jeder rückfall ist ein schritt weiter da hin nicht mehr aus dem teufelskreis heraus zu kommen… für mich ist rückfall
schlimm… verdammt schlimm… aber selbstverständlich noch schlimmer ist es dann nichts dagegen zu tun … es ist zwar oft zu früh
…denke aber niemals zu spät …
ich finde jeder rückfall aus dem man vermeintlich ja wieder herauskommt täuscht einem vor ich kann es ja, komm doch wieder
raus…also kann ich es ja weiter so machen ….
wer wie ich einmal seinen persönlichen"tiefpunkt" ...seine persönliche "gosse" erreicht hat…sich "reif gesoffen" hat für den
einstieg in ein alkfreies leben wird garantiert nicht "schönes" mehr am zustand unter alkohol für sich finden können…
.letztendlich gilt für einen abhängigkeitserkrankten aus meiner sicht nur eines…"kapieren oder krepieren"….also konsequent
ein suchtmittelfreies leben versuchen zu gehen…
ich habe mal am anfang in den gruppen gehört….der sicherste einstieg sei sich eine suchtmittelfreie zone zu hause zu schaffen
ohne rücksicht auf den partner oder freunde ...denn es ginge um mein leben…wenn mein partner oder meine freunde mich mögen
und selber nicht abhängig sind…werden sie ohne probleme auf suchtmittel in meinem beisein verzichten können …das habe ich
für mich so übernommen … außerdem verabschiedete ich mich von saufenden "freunden" aus meinem alten umfeld oder einige
verabschiedeten sich freiwillig weil sie mit mir alkfei nicht mehr klar kamen…
genauso finde ich die diskussion fatal um alkohol im essen bzw. zubereitung von soßen mit wein oder ähnliches….als ich noch
drauf war habe ich für ne rotweinsoße ne kiste wein und für einen bierbraten ne kiste bier geholt….und der stoff ist bestimmt
nicht alles in der soße gelandet …und so würde ich auch meine alkfreie zone nicht mehr aufrecht erhalten … gelegenheit soll
ja bekanntlich diebe machen …
ich sehen meine abhängigkeitserkrankung ähnlich einer allergie … wenn ich gegen etwas allergisch bin … werde ich dieses meiden
wenn ich weiß wogegen ich allergisch bin … mich aber nicht absichtlich der gefahr aussetzen und leichtsinnig handeln … es
könnte ja um mein leben gehen …
nun habe ich fertig
wünsche g24h ernst …
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eingesandt von Anette:
Du steckst im Sumpf,
das ist Dein Trumpf
ich steh daneben,
rette Dein Leben.
Du hältst Dich fest, an meinen Beinen,
Du hältst Dich fest, ich muss oft weinen,
Du hältst Dich fest, es tut so weh,
weil ich schon lang daneben steh.
Du steckst im Sumpf,
das ist Dein Trumpf!
Ich steh daneben,
mein ganzes Leben?
So gerne würd’ ich wieder laufen,
so gerne würd’ ich wieder schnaufen,
so gerne würd’ ich wieder springen,
tanzen, lachen, hüpfen, singen.
Du steckst im Sumpf,
das ist Dein Trumpf,
ich steh daneben,
muß ICH Dich heben?
Hätt’ ich die Kraft, Dich zu verlassen,
hätt’ ich die Kraft, Dich mal zu hassen,
Hätt’ ich die Kraft, von Dir zu geh’n,
würdest Du klanglos untergeh’n.
Ich steh daneben,
mein ganzes Leben?
Du steckst im Sumpf,
DAS IST DEIN TRUMPF!!!!
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eingesandt von Christa H.:
Alkoholkrankheit wie damit fertig werden???
Vorwort
Ich bin kein Autor, sondern eine Frau die jahrelang gegen den Alkohol gekämpft hat. Seit 7 Jahren bin ich trockene Alkoholikerin mit den Spätfolgen meiner jahrelangen Droge dem Alkohol.
Dies ist ein Wahrheitsbericht und sollte allen Betroffenen, sowie deren Familienangehörigen ein wenig Mut machen mit dieser Krankheit fertig zu werden.
In der Alkoholsucht gibt es noch sehr viele Vorurteile der Gesellschaft die endlich einmal abgebaut werden sollte, denn es sind nicht nur die Erwachsenen welche von dieser Krankheit betroffen sind, sondern bereits sehr viele Jugendliche.
Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit die weltweit verbreitet und die Dunkelziffer aus Scham sehr hoch liegt, da sich die Betreffenden einfach nicht zu ihrem Problem stellen möchten und da muss ich sagen teilweise mit Recht, da man von der Familie, Freunden und der gesamten Gesellschaft entweder verurteilt oder aber mit Ratschlägen bombardiert wird, statt viel Verständnis und Liebe welch ein solch kranker Mensch unbedingt benötigt gegeben wird.
Die Krankheit kommt nicht urplötzlich sondern schleicht sich ganz langsam über viele Jahre bei uns ein. Der genaue Grund weshalb Leute am Alkohol erkranken und andere nicht ist bis heute noch nicht eindeutig nachgewiesen.
Es können aber familiäre Probleme in der Familie, Stress eine sehr große Rolle spielen, weshalb ich auch meine eigene Geschichte später noch hier erzählen werde.
Der Alkoholismus kommt schleichend und wird meist erst wahrgenommen wenn der Körper sich bereits an das Suchtmittel Alkohol gewöhnt hat oder es Außenstehende auffällt das der Alkoholkonsum immer stärker zunimmt. Aber dann ist es meistens bereits zu spät!
Ein Leben ohne Alkohol ist dann sehr schwer und nur von wenigen Menschen erfolgreich zu schaffen, da es immer wieder zu Rückfällen kommt welche in den meisten Fällen auch zum Tod führen kann.
Grund für die Rückfälle ist meist wenn man nur einen Entzug in der Klinik jedoch keine Therapie zu Ende geführt hat, ist der kleinste Anlass von Unzufriedenheit oder Trauer, wieder nur einen Schluck zu Trinken und schon ist man wieder vor dem Entzug angelangt. Es nützt nur eine mehrmonatige Therapie bei der man aber Vertrauen zum Therapeuten haben sollte und auch über die Probleme sprechen kann, denn meiner Ansicht nach hat jeder Alkoholiker irgendwelche Probleme mit denen er bis zur Therapie aus Scham mit noch keinem Menschen gesprochen hat.
Auch die Familie sollte hinter einem Alkoholkranken stehen und mit diesem viele Gespräche ohne jegliche Vorwürfe führen. Ich weiß es ist für die Familie nicht einfach, aber wenn jemand dem Alkoholkranken mit Vorwürfen oder Ratschlägen kommt die sicherlich auch gut gemeint, so entsteht bei dem Kranken eine regelrechte Trotzreaktion und er geht noch mehr in sich und spricht nicht mehr über seine Probleme. Sollte der Kranke im Moment von seinem Suchtverhalten nichts hören wollen, so sollte man ihn eine Weile lassen und wieder eine gute Gelegenheit nehmen mit ihm darüber zu sprechen, jedoch nicht in einem volltrunkenem Zustand, denn da wird er meist sehr Aggressiv und lässt niemanden an sich heran.
Der Kranke selbst hat da auch bereits schon selbst gemerkt das er Hilfe braucht, will es aber nicht Einsehen weshalb hierbei auch ein guter Freund sehr gut helfen kann.
Meistens jedoch kommt die Einsicht sehr spät oder gar nicht, deshalb habe ich auch diesen Angriff gestartet um vielen Betroffenen die Augen zu öffnen. Ich war monatelang in der Psychiatrie und habe sehr viele Fälle gesehen.
Das größte Problem eines Alkoholkranken ist das er nicht zu seiner Krankheit steht und immer wieder Ausflüchte und Lügen erfindet um seinen Trinkkonsum zu rechtfertigen. Um ihm dies Bewusst zu machen braucht man sehr viel Einfühlvermögen, Geduld und stundenlange Gespräche und sollte auch zu jeder Tages- und Nachtzeit bei Problemen des Betroffenen zu sprechen sein, denn hat er erst einmal Vertrauen gefasst ist bereits ein kleines Stückchen an Arbeit erledigt.
Das hört sich alles sehr leicht an, ist es aber leider nicht denn ich war in so manchen Foren im Internet mit dem Thema Alkohol, wo ich so manch einen welcher ja schon ein Stückchen weiter war und sein Problem dort geschildert hat, konnte aber teilweise genau herauslesen wenn sich dort jemand selbst etwas vorgemacht hat. Wenn ich dann darauf geantwortet habe, dann habe ich mein eigenes „ich“ während meiner Alkoholsucht erkannt, denn alle Alkoholiker haben die gleichen Reaktionen da sie alle in Selbstmitleid zerfließen, denn alle anderen sind Schuld nur sie selber nicht, was vielleicht teilweise auch zutreffend sein kann.
Die Alkoholkrankheit gibt es unter Armen wie auch Reichen gleich und wird auch teilweise durch unsere Gesellschaft verursacht, denn egal wo wir gehen und stehen der Alkohol ist überall, obwohl die schädlichen Wirkungen bereits seit Jahren bekannt sind. Deshalb ist Alkoholismus auch eine sehr schwere Krankheit bei der man viel Geduld aufbringen sollte.
Wenn man einen alkoholkranken Menschen vor sich hat mit dem man bereits über die Sucht sprechen kann, sollte man so schnell wie möglich eine Suchtberatungsstelle aufsuchen, damit der Kranke an einer Selbsthilfegruppe teilnimmt und die Erfahrungen austauscht. Selbst gehe ich seit Jahren in solch eine Gruppe welche ich am Anfang auch abgelehnt habe, da ich nicht zu meiner Krankheit gestanden bin, man findet aber Gleichgesinnte mit denen man auch unter der Woche etwas Unternehmen kann und findet mit Sicherheit zahlreiche neue Freunde, ohne Alkohol und das sind teilweise die besten Freunde.
Wenn die Familie mit dem erkrankten nicht fertig werden sollte und es immer wieder zu Rückschlägen kommt und er alle Behandlungen abbricht so gibt es noch als letzten Ausweg ein Betreuungsverfahren welches man mit der Suchtberatung, den Ärzten und den Familienangehörigen einleiten kann. Dann wird richterlichseits eine Einweisung in eine psychologische Klinik bestimmt und der Kranke muss an der Therapie teilnehmen und darf diese nicht unterbrechen, was auch für viele welche überhaupt nicht zur Einsicht kommen wollen oder auch können manchmal der letzte Weg vor dem Tod bedeutet.
Das war jetzt eine kurze Einleitung über den Alkoholismus und ich muss
noch einmal wirklich darauf hinweisen, dass ein Betroffener unbedingt
Vertrauen und Geduld, jedoch auf keinen Fall Vorwürfe braucht denn
er kann wirklich nichts für diese Krankheit.
Meine Geschichte (in abgekürzter Form)
Es ist sehr schwer vom Alkoholismus wegzukommen um überhaupt keinen Alkohol mehr im täglichen Leben zu brauchen, jedoch ist niemand von einem Rückschlag bei dieser Krankheit gefeit.
Als Kind hatte ich bereits mitbekommen wie es ist wenn man eine Mutter hat welche trinkt. Meine Mutter war morgens immer eine sehr gute Mutter und wenn nach dem Mittagessen wenn die Küche in Ordnung war, so hat sie sich dann an den Tisch gesetzt und eine ganze Flasche Wein getrunken. Als Kind habe ich das abscheulich gefunden und mir geschworen dass ich so etwas niemals machen würde.
Meine Mutter muss ich aber sagen hatte es auch nicht leicht, vielleicht war ja auch dass bei ihr der Grund weshalb sie getrunken hat ich weiß es nicht ich konnte nie mit ihr darüber sprechen, selbst das letzte Jahr kurz vor ihrem Tod habe ich es noch einmal versucht, aber sie hat es immer noch verleugnet.
Ich nehme aber an das es an meinem Vater war, er war ein sehr sehr strenger Vater der die Familie nur terrorsiert hat und seinem Vergnügen im Casino nachgegangen ist und seine Kurschatten nach Hause gebracht hatte. Für uns Kinder hat er nie Zeit gehabt, nein Schläge waren an der Tagesordnung. Mit dieser Einlage möchte ich aber nicht sagen das meine Eltern an meiner Krankheit eine Schuld tragen ich weiß es bis heute nicht nehme aber an das es der Stress bei mir war.
Bis zu meinem 18. Lebensjahr habe ich keinen Tropfen Alkohol getrunken, aber auch dann fing ich weil wenn man in Gesellschaft war zwischendurch mit einem Gläschen Wein an um nicht als Außenseiter dazustehen wenn die anderen etwas getrunken haben und ich muss sagen ich habe den Geschmack daran gefunden.
Dazwischen lagen dann viele Jahre in denen ich mehrmals die Woche des Abends mal ein Gläschen getrunken habe und mir keine Vorstellung gemacht habe wie schädlich das sein kann. Mittlerweile hatte ich zwei Kinder auf die Welt gebracht und meine Welt war in Ordnung, meine Blutwerte auch denn sonst hätte sicherlich ein Arzt mich mal auf meinen Alkoholkonsum angesprochen.
Als die Kinder in den Kindergarten gingen fing ich wieder an den halben Tag zu arbeiten und ich habe weiterhin meine Weingläser zu mir genommen. Die Kinder kamen in die Schule und ich habe aus meinem Teilzeitjob einen Ganztagesjob gemacht und der Beruf hat mir sehr viel Freude bereitet, ich bin gerne gegangen, musste aber dort sehr viel leisten und habe auch von meinem Chef viele Lobe für die gute Arbeit bekommen.
Irgendwann hat dann die Alkoholkrankheit begonnen, aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Wenn ich abends nach Hause kam war meine Arbeit ja noch nicht fertig, nein ich musste mich noch um meine Kinder kümmern und auch sehen das diese am nächsten Tage etwas Warmes zum Essen auf dem Tisch hatten, da habe ich also nachts bis Mitternacht vorgekocht und nebenher das Haus und die Wäsche sauber gemacht.
Das ging eine Weile, aber irgendwann kam bei mir ein Zustand wo ich ausgelaugt und total kaputt war und doch an meine Pflichterfüllung als gute Mutter dachte, denn als Kind hatte ich mir doch geschworen das meine Kinder es einmal besser haben sollte als ich es gehabt habe. Und da fing ich abends nach der Arbeit zu Hause an mir ein Glas Wein einzuschenken und das aber jeden Tag und die Arbeit lief mir super von der Hand, nur blieb es später nicht mehr bei diesem einen Glas, da die Wirkung nachgelassen hatte und ich eben mehr brauchte um mich als leistungsfähig anzusehen. Am Wochenende mit Freunden konnte es auch einmal sein das ich von mittags bis in die Nacht eine ganze Flasche Wein alleine getrunken hatte, vergessen waren meine Kindheitserlebnisse wo ich mir geschworen habe niemals das zu machen was meine Mama gemacht hatte. Meinen Freunden ist niemand etwas aufgefallen denn sie haben ja mitgetrunken und ich habe mir keine Gedanken gemacht das ich da wohl Krank sein muss, vielleicht hätte mich jemand angesprochen aber es war nicht so. Während der Arbeitszeit habe ich aber keinen Tropfen Alkohol getrunken und dieser Zustand mit dem abendlichen Alkohol ging über Jahre hinweg ohne das es jemand gemerkt oder mich angesprochen hätte das ich Alkoholkrank wäre.
Eines Morgens als ich zum Arbeiten gehen wollte wurde es mir urplötzlich furchtbar schlecht und ich muss weiß gewesen sein wie die Wand. Auf jedenfall haben meine Kinder mittlerweile im Alter von 13 und 17 Jahren einfach einen Krankenwagen gerufen weil sie ihre Mama noch nie in einem solchen Zustand gesehen haben.
Im Krankenhaus wurde dann bei mir eine Magenspiegelung gemacht und dabei wurde festgestellt das ich bereits Varizen (blutende Krampfadern) in der Speiseröhre durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch hatte. Die Ärzte teilten das Ergebnis dann auch meiner Familie in meinem Beisein mit und haben auch gesagt das ich den Alkohol absolut meiden sollte. Also habe ich gedacht ja ich möchte ja Leben und kann dies auch ohne Alkohol. Aber so einfach ist auch dieses nicht ich wurde sehr unruhig und konnte nicht mehr schlafen.
Wirklich wollte ich keinen Alkohol mehr trinken aber so einfach wie ich mir das vorgenommen hatte war es nicht und dann kam noch etwas dazu was mich ganz verrückt gemacht hat, das mein Ehemann und die gesamten Freunden anfingen mir gute Ratschläge zu geben und selbst Alkohol weitergetrunken haben. Man hat den gesamten Alkohol aus unserem Haus geräumt (da war ich sehr zornig, denn ich kam mir wie ein kleines Kind vor). Am Wochenende haben mein Mann, die Geschwister und die Freunde weitergefeiert, und gedacht das ich das nicht mitbekomme wenn sie heimlich in der Garage den Wein und das Bier trinken. Ich musste einfach ansehen wie alle lustig waren und ich selbst durfte ja nichts trinken.
Irgendwann ist dann bei mir so etwas wie Frust hochgestiegen, denn mein Mann hat sich wieder Bier zugelegt, Wein für die Freunde wenn wir Besuch hatten, und wenn ich dann sagte wenn diese getrunken haben das ich auch nur einen kleinen Schluck möchte, dann haben sie es mir verboten, aber auch der Ton macht die Musik. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind vor, alle haben in meiner Gegenwart getrunken und ich war nur zum Arbeiten, Haushalt machen da und das hat mir sehr wehgetan. Hätte ich vielleicht zu diesem Zeitpunkt eine Suchtberatung aufgesucht oder eine gute Freundin gehabt wäre ich vielleicht niemals so weit abgestürzt, dass soll aber keine Entschuldigung für mein weiteres tun sein.
Dann habe ich den größten Fehler meines Lebens gemacht, denn ich habe mir dann heimlich Alkohol besorgt weil mein Ehemann ja alle im Haus befindlichen Flaschen abgezählt hatte. Da kam dann das nächste Problem, wohin mit den geöffneten Flaschen, also leer trinken und in den Glascontainer. Auch dies blieb meiner Familie natürlich nicht verborgen und es hat ein riesiges Theater gegeben. Danach ist es nicht mehr so gewesen wie es in einer Familie sein sollte. Sehr großes Misstrauen und Schnüffeleien überall von meiner Familie.
Ich fing an Schnaps zu trinken da ich ja nur eine kleinere Menge brauchte um wieder aktiv zu werden und mich Wohlzufühlen, obwohl mir dieser gar nicht geschmeckt hat, aber ich habe den Alkohol einfach gebraucht. Ich habe einen supertollen Job und einen verständnisvollen Arbeitgeber gehabt, der aber auch nichts von meiner Alkoholabhängigkeit gemerkt hat. Doch eines Tages sagte er zu mir, Mädchen du gefällst mir nicht und siehst todkrank aus, gehe einmal in richtige ärztliche Behandlung, ob er zu diesem Zeitpunkt dann etwas ahnte weiß ich bis heute nicht!
Mit seiner angeratenen ärztlichen Behandlung sollte es so nicht kommen, ich habe zu Hause einen Blutsturz bekommen und kann froh sein das gerade eine Freundin von mir bei mir zu Hause war, denn sonst wäre ich verblutet. Ich wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren und man hat mich dort in das künstliche Koma gelegt. Nachts hat man meine Familie angerufen das sie Abschied von mir nehmen sollten, das ich die Nacht nicht überleben würde.
Selbst habe ich von alle dem nichts mitbekommen.
Aber ich habe überlebt und dann kam die allerschwerste Zeit meines Lebens, denn ich kam nach Hause war so schwach das ich nicht mehr laufen konnte und ein Pflegefall war. Ich war so hilflos und so traurig und habe nur geweint. Wie oft ich vom Sofa gefallen und nicht aufstehen konnte und mein Mann
mich geschüttelt hat das ich mich nicht so anstellen soll kann ich hier nicht mehr aufzählen, es tat verdammt weh denn ich konnte wirklich nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen. Ich war am verzweifeln! Soweit unten zu sein, dass war die Hölle für mich!
Ich habe den Chefarzt in unserem Krankenhaus angerufen und gesagt das ich so nicht mehr leben will und kann, ich war ein anderer Mensch und er sollte mir helfen. Er hat mir geholfen und mich in ein Phsy. Krankenhaus für 9 Monate getan. Ich habe Aufbauspritzen bekommen und wieder laufen gelernt und von Tag zu Tag ist etwas mehr Kraft in meinen Körper zurück gekommen. Danach habe ich 3 Jahre lang die Selbsthilfegruppe besucht und mich dort sehr wohl gefühlt, denn das erste Mal konnte ich auch über meine familiäre Probleme sprechen und das hat mir sehr gut getan. Was mich nur schockierte war das so viele wieder rückfällig geworden sind.
Nun bin ich das 7 Jahr ohne einen Tropfen Alkohol und habe aber keinerlei Bedürfnis nach Alkohol. Noch einmal so hilflos und abhängig möchte ich nie wieder sein, zudem wäre es mit Sicherheit auch mein Todesurteil. Bei mir hat der lange Alkoholkonsum schwere körperliche Schäden hinterlassen unter denen ich heute sehr leide und ich bin mir sicher, wenn ich gewusst hätte wie schädlich der Alkohol ist und ich rechtzeitig in eine Suchtberatung gegangen wäre es soweit niemals gekommen wäre.
Mit meiner Familie habe ich jedoch auch heute noch Probleme komme aber ganz gut klar damit, nur bin ich jetzt Co-abhängig da mein Mann ja auch ein Alkoholproblem hat mit sich aber darüber nicht sprechen lässt, weil ja ich eben darüber nichts sagen darf da ich ja selber abhängig war. Bin aber am arbeiten das er auch bald zur Einsicht kommt, bevor es zu Spät ist.
Aber auch ich kann immer wieder rückfällig werden, versuche aber gegen den Alkohol anzukommen, denn wir haben ja seit Jahren das Haus voll und das ist laut Suchtberatung sehr gefährlich. Leider denke ich da etwas anderes, denn ich muss mich doch mit dem Problem Alkohol befassen, ich kann doch nicht mein ganzes Leben vor dem Alkohol davonlaufen sondern muss mich dem Problem stellen, sonst dürfte ich auch keine öffentlichen Veranstaltungen mehr besuchen.
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eingesandt von Frank:
Im Moment holt mich meine Vergangenheit grad wieder ein und da ich ausgesprochen einsam bin habe ich niemanden, der mir zuhört, deshalb dachte ich mir ich schreibe ein wenig, also kurz gesagt: Ich will einfach nur endlich mal Teile meiner Geschichte erzählen bevor sie mich auffrisst, und da ich niemanden habe, erzähle ich sie euch:
Dortmund
Die Dunkelheit ist schon hereingebrochen. Oder ist es nur noch nicht hell geworden?
Fuck, ich weiß es nicht, habe nicht die geringste Ahnung wo ich bin. Welcher Tag ist heute?
Ich höre in der Nähe ein paar Züge und diese typischen Bahnhofsdurchsagen.
Ich gehe rüber zum Bahnhof, das heißt ich schleiche dahin, nicht dass mich noch jemand sieht. Ich will nicht, dass irgendjemand diesen grenzenlosen Hass in mir sieht, den Hass auf mich selbst, den Hass auf diese ganze, beschissene Welt, die alles und jeden frisst, der es wagt an Ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Ich will nicht gesehen werden, nicht gehört werden, einfach für alle anderen nicht existent sein. Niemand soll mich wahrnehmen, sehen, hören, riechen, kennen und schon gar nicht ansprechen.
Ich bin am Bahnhof, schleiche mich um die Ecke. Gott sei Dank ist da niemand, außer ein paar Junkies, meinesgleichen, und die haben an mir genauso wenig Interesse wie ich an ihnen.
Ich bin jetzt auf dem Bahnsteig, Dortmund steht da. Wie bin ich hierher gekommen? Wieso bin ich hierher gekommen? Wie komm ich wieder hier weg?
Ich spüre, dass ich wieder runterkomme, weiß nicht wovon, ist diesmal nicht nur Alkohol.
Ich muss wieder was nachlegen, ich hab sogar noch ein paar Euro in der Tasche.
Gut dass das hier ein großer Bahnhof ist, da gibt’s immer Suff und um die Zeit ist auch niemand von denen hier, die ich so sehr dafür hasse, dass sie glücklich sein dürfen, oder wenigstens so tun können.
Okay, ich hab Bier gefunden, hole mir gleich zehn Flaschen, muss ja ein paar Stunden reichen.
Ich gehe weiter, auf der Suche nach meinem Platz für die nächsten Stunden, für die nächsten paar Bier, für den nächsten Panikanfall, für den nächsten Weinkrampf, für den nächsten Sterbewunsch.
Da ist eine dunkle Unterführung. Das ist gut, keiner sieht mich, ich muss keinen sehen.
Ich mache das erste Bier auf, es ist verdammt gut, für einen kurzen Moment kann ich vergessen. Alles fällt von mir ab, der Hass, die Wut, die Verzweiflung, die Angst.
Beim nächsten Bier ist es schon vorbei, alles wieder da, das ganze, beschissene Trümmerfeld meiner Gefühle.
Ich merke, dass es wieder mit mir durchgeht, zerschlage eine Flasche auf dem kalten Beton, auf dem ich sitze, nicht weil ich sie unbedingt zerstören wollte. Ich brauche etwas scharfes damit ich mich bearbeiten kann. Scherben sind gut geeignet, kenne mich damit mittlerweile aus. Ich will etwas anderes spüren als diesen immer präsenten Schmerz aus Verlust, Wut.
Auch wenn es nur ein anderer Schmerz ist. Egal, ich brauche das jetzt, ich muss bluten, vielleicht lässt sich so wenigstens ein wenig meiner beschissen Persönlichkeit töten.
Scheiße, ich bin hier nicht alleine. Zu spät zum abhauen. Eine Frau kommt auf mich zu, nicht wirklich schön. Ich hoffe, sie geht einfach nur an mir vorbei.
Tut sie nicht.
Sie sieht mich an, spricht aber nicht. Dann setzt sie sich zu mir!! Ich kann nur staunen, denn normalerweise versucht jeder der an mir vorbeikommt, so schnell wie möglich weg zu kommen. Sie sagt immer noch kein Wort, sieht mich an, sieht auf die Scherbe in meiner Hand, sieht auf meine blutenden Arme. Dann sieht sie mir in die Augen, greift nach meiner Hand und nimmt mir die Scherbe ab.
Ich weiß nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll.
Wir sitzen einige Minuten nur so da und sehen uns in die Augen, und dann bricht es aus mir heraus, ich fange an zu weinen wie ein Kind. Diese wenigen Minuten, in denen ich erlebt habe, dass doch jemanden gibt, dem es nicht egal ist, wie armselig ich bin, haben mich derartig berührt, dass es für meine Tränen kein Halten mehr gibt.
Wer bist du? Alexandra.
Warum gehst du nicht an mir vorbei wie alle anderen? Weiß ich nicht. Ist das wichtig?
Nein. Du bist ziemlich im Arsch.
Ich weiß. Willst du sterben?
Manchmal. Warum?
Warum nicht? Warum?
Ich will nicht reden. Okay.
Wir sitzen noch lange nur so schweigend da, dann kann ich nicht mehr. Endlich ist jemand da, der mir zuhören will. Ich fange an zu erzählen, von meinem Schmerz, meiner Wut, meiner Verzweiflung.
Du brauchst Hilfe. Mir hilft keiner.
Ich bin hier. Ich weiß.
Wo wohnst du? Nirgends.
Obdachlos? ja.
Scheiße. Ja.
Du bist nicht von hier, oder? Berlin.
Was treibt dich her? Keine Ahnung, weiß nicht mal was für’n Tag heute ist.
Samstag. Fuck, dann fehlt mir mal wieder ne Woche.
Willst du zurück? Nach Berlin?
Ja. Weiß nicht wie, hab kaum noch Kohle.
Geh zur Bahnhofsmission. Die leihen dir ein Ticket. Ok.
Ich muss jetzt gehen. Ok.
Kann ich dir meine Nummer geben? Ja.
Alex gibt mir ihre Nummer, sie steht auf und will gehen.
Ich halte Sie am Arm: Danke.
Kein Problem. Trotzdem danke, für alles.
Ich will dass du mich anrufst, in ein paar Monaten, dann will ich hören, dass es dir besser geht, dass du clean bist. Mal schauen.
Du bist zu jung dafür. Ich kann es dir nicht versprechen.
Dann verrate mir wenigstens noch deinen Namen. Ich bin Frank.
Ok Frank, ich höre von dir. Ciao Ciao, und danke.
Tja, ich bin also Frank, und ich bin süchtig. Süchtig nach Alkohol, süchtig nach Drogen und süchtig danach neue Wege zu finden, mich aus dem Leben zu werfen. Immer das Ende vor den Augen und den Wahnsinn im Genick.
Das ist jetzt dreieinhalb Jahre her, und fast genauso lange bin ich jetzt clean. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich zu entdecken, herauszufinden, wer ich bin, was ich will, was ich kann und was nicht. Inzwischen weiß ich das meistens ziemlich genau.
Ich telefoniere auch heute noch jede Woche mit Alex.
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eingesandt von H.P. Schulzke:
-- Boxkampf mit Gegner Alkohol -- von © Hans Peter Schulzke
Für mich war es ein täglicher Kampf, immer gegen meinen Feind,
der früher mal mein Freund.
Weil ich gerne Boxen sehe, habe ich mein Kampf gegen den Alkohol
als Boxkampf angesehen, und möchte es nie Vergessen.......................
Anfänglich konnte ich mal einen Kampf gewinnen,
weil mein Gegner Alkohol ein ganz gerissener Bursche ist.
Er tat so, als wenn er ganz Unerfahren im Boxsport sei,
und ich fiel natürlich darauf herein.
Das heißt, ich habe einige Male den Boxring als Sieger verlassen.
Also heute nicht getrunken, konnte es mal stehen lassen.
Doch dann kam das Wochenende, wollte nur - einen - Heben.
Auf keinen Fall wollte ich so viel trinken,
daß ich wieder den Kontrollverlust erlebe.
Also wieder in den Boxring gestiegen,
die ersten Runden war ich klar im Vorteil,
weil ich langsam mein Bier getrunken habe.
Ab der fünften Runde bot mein Gegner dann,
mir einen Schnaps mit den schmeichelnden Worten:
" Einer kann doch nicht schaden. "
- Ich nahm ihn an. -
Prompt kam der erste Tiefschlag, den ich aber noch gut wegstecken konnte.
Nächste Runde die Frage: " Darf es denn auch ein Doppelter sein " ?
- Ich sagte nicht nein. -
Doch das hätte ich nicht machen sollen,
denn nun bekam ich was auf die Ohren.
Hörte meine innere Stimme nicht,
die immer Recht hatte, wenn sie zu mir spricht:
-- Hans Peter laß das Saufen sein,
der Gegner schlägt dich kurz und klein. --
In der nächsten Runde kam der Schnaps im Wasserglas,
ich wurde immer mutiger,
Mensch was macht das Boxen Spaß.
Bums ein Schwinger, ich ging zu Boden,
doch der Gegner hat mich wieder hochgezogen.
Ich war ein guter Boxer, über zwölf Runden wollte ich ja gehen,
doch konnte ich jetzt kaum noch stehen.
In der zehnten Runde, ich glaub es nicht, bekam ich soviel ins Gesicht.
Meine Deckung war ganz offen,
denk noch, boh bin ich besoffen.
Den nächsten Schlag,
sah ich mit geschwollenen Augen nicht mal kommen.
Der hat mir aber die Füße von den Brettern genommen.
Mein Gegner sagt: " Halb so schlimm, steh wieder auf. "
Und ich Arsch, ich hör´ noch drauf.
Rappel mich noch einmal hoch, war doch wieder mal so Doof.
Den letzten Schlag, habe ich gar nicht mehr gemerkt,
ich lag langgestreckt auf den Brettern,
im Boxring ist das verkehrt.
Als ich wieder wach geworden,
war es Mittag, nicht mal Morgen.
Alle Knochen taten weh,
vom Kopfe bis zum großen Zeh.
Nein, ich trinke - nie mehr - nicht,
und wenn die Welt zusammen bricht.
Zwei Tage später, sagte dann der Gegner:
" Der letzte Kampf ist unglücklich gelaufen,
versuch es noch einmal,
mit weniger Saufen. "
Ich Blödmann steige wieder in den Ring,
und denke - Heute ist es dein Ding. -
Die ersten Runden waren auch sehr gut,
denn heute war ich auf der Hut.
Die vorletzte Runde fing nun an,
bin doch ein guter Boxersmann.
Auch die Runde, nach Punkten ich gewonnen,
meine Brust vor Stolz geschwollen.
Doch bevor es in die Letzte ging,
hielt ER
mir wieder das mit Schnaps gefüllte Wasserglas hin.
Ich nahm es, und auf EX getrunken.
Was kann denn jetzt noch passieren, fing ich an zu Unken,
und habe noch eins nachgetrunken.
Leicht schwankend ging ich auf meinen Gegner los,
doch der täuschte mich, und lachte bloß.
Der entscheidende Schlag kam im nächsten Moment,
und wieder auf den Boden, die Nacht verpennt.
So wurde aus dem guten Boxer langsam ein Penner dann,
und jeden Tag, fing das Boxen von vorne an.
Doch gewonnen habe ich keine Runde mehr,
nur in Gedanken, war ich der große Meister,
und nicht gemerkt............................
- IM KOPF WAR NUR NOCH KLEISTER -
Doch eines Tages hörte ich von A A
und ein ganz kleines bißchen Verstand war noch da.
Die Freunde sagten:
" Laß Das Erste Glas Nur Stehen, und N I E mehr in den Ring rein gehen. "
Ich habe KAPITULIERT vor dem Gegner Alkohol,
und fühl mich O H N E seitdem Pudelwohl.
Kein Kampf mehr, und kein Geschrei,
das mit dem - in den Ring gehen, - ist vorbei.
Sicher kam der Gegner noch öfter,
und fragte, ob ich ein Feigling sei ?
" Nein mein Lieber, du bist mir nur zu Stark,
und ich nicht bis zum Tode mit dir Kämpfen mag. "
Immer wieder klopft er noch manchmal an, um mir zu sagen:
- Ich wäre doch kein Mann -
Das kümmert mich nicht, weil ich genau weiß,
Box ich wieder, es mich erneut nur auf die Bretter reißt.
Darum schau ich mir Boxen nur noch am Fernseher an,
trink mein Kaffee, und weiß,
- - alle A A´s sind besser dran. - -
Anmerkung von A-Connect e.V.:
Es ist nicht entscheidend welche Gruppe Du besuchst, sondern das Du eine besuchst!
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2 Gedichte von Mieke:
Dankbar
Wenn ich denke an die Jahre,
Wo ich tablettensüchtig war.
Und den Alkohol ich schluckte,
Meine Gedanken nicht mehr klar.
Wo ich voller Depressionen,
Lebte in den Tag hinein,
Wo ich nicht mehr weinen konnte,
Und auch nicht mehr glücklich sein.
Wo ich kein Gefühl mehr hatte,
Und der Tag dann näher kam,
Wo ich nicht mehr leben wollte,
Schlaftabletten zu mir nahm.
Wo ich Gott sei Dank erwachte,
Nächsten Tag auf Intensiv.
Denn ich liebe jetzt das Leben,
Denke heute positiv.
Stolz
Immer wenn ich in Gedanken
Vor meine frühere Mauer steh
Bin ich dankbar das ich im Herzen
Schon oft durch diese Mauer geh.
Immer wenn ich in Gedanken
Gehen darf durch meine "Tür"
Bin ich dankbar das ich im Herzen
Wieder Freude und Trauer spür.
Immer wenn ich in Gedanken
Mein ganzes Leben überseh
Bin ich dankbar das ich im Herzen
Jetzt ganz andere Wege geh.
Immer wenn ich in Gedanken
In meines Lebens Spiegel schau
Bin ich dankbar das ich im Herzen
Stolz sein kann auf diese Frau.
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Ein Gedicht Peter (pce t+):
Wiedergeburt
Ich habe wieder Spaß am Leben:
Neues zu sehen, Neues zu wagen.
Ich versuche mal wieder, mein Bestes zu geben,
doch diesmal für mich, in persönlichen Fragen.
Was will ich, was kann ich, was erwart' ich von mir,
was will ich mir selber beweisen?
Ich bin so gut, wie jeder Andere hier!
Wer's nicht glaubt, der soll sich 'was scheißen.
Ich bin durch ein tiefes Tal gegangen,
ich hab' nicht mehr an mich geglaubt,
das Hirn war im Alkohol gefangen.
Er hätte mir fast das Leben geraubt.
Ich hab' eine neue Freiheit gewonnen.
Ich hänge nicht mehr am Tropf.
Illusionen durch Alk sind gottlob zerronnen.
Ich hab einen klaren Kopf.
Ich sehe die Umwelt mit nüchternem Blick
im wahresten Sinn sozusagen.
Ich bestimme wieder selbst mein Geschick,
ich erlaube mir, niemand zu fragen,
wie ich leben soll, ob's genehm, was ich tue,
solang ich nur trocken darf leben.
Ich habe gefunden ein innere Ruhe,
die kein anderer Mensch mir kann geben.
Ich habe Freunde, die zu mir halten,
die mich akzeptieren, so wie ich bin.
So kann ich mein Leben neu gestalten.
Danke, es macht wieder Sinn.
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Das Märchen von der Traurigkeit
ausgesucht von Udo
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Ein Gedicht von Gerda:
bester freund
lange zeit gabst du mir
wärme und kraft.
durch dich ging es
leicht, das leben.
spielerisch.
bis zu
jenem moment
in dem ich mir entglitt.
rien ne vas plus
verloren das spiel.
ohne dich glaubte ich
nicht leben zu können.
mit dir schon gar nicht.
denn die kälte
kroch jetzt immer öfter
in mein selbst.
auch als ich deine
flüssige menge erhöhte
und trinkend, leere
goldfarben auffüllte,
dunkle seiten deckte,
mir von dir schmeicheln ließ,
im gaumen im bauch im kopf -
im blut: nichts als die wahrheit.
machtest du mir was vor
oder betrog ich mich selbst?
ich schick dich fort,
mein „freund“.
mit dem wind
über die wasser.
zurückgeworfen
will ich
nach vorne sehen,
noch im trüben
allein -
aber am trockenen ufer,
mich selbst spüren
bei tag und bei nacht.
auch auf des messers schneide...
©GJ
|
Eine Geschichte ausgesucht von
Ernst:
Die Parabel vom Adler
Einst fand ein Mann bei einem Gang durch den Wald einen jungen Adler. Er nahm
ihn mit nach Hause auf seinen Hühnerhof, wo der Adler bald lernte, Hühnerfutter zu fressen und sich wie ein Huhn zu verhalten.
Eines Tages kam ein Zoologe des Weges und fragte den Eigentümer, warum er einen Adler, den König aller Vögel, zu einem Leben auf dem Hühnerhof zwinge.
"Da ich ihm Hühnerfutter gegeben und ihm gelehrt habe, ein Huhn zu sein, hat er nie das fliegen gelernt" antwortete der Eigentümer. "Er verhält sich genau wie ein Huhn, also ist er kein Adler mehr".
"Dennoch", sagte der Zoologe, "hat er ein Herz eines Adlers und kann sicher das fliegen lernen". Nachdem sie die Sache beredet hatten, kamen die beiden Männer überein, zu ergründen, ob es möglich sei.
Behutsam nahm der Zoologe den Adler in die Arme und sagte: "Du gehörst den Lüften und nicht der Erde. Breite deine Flügel aus und fliege".
Doch der Adler war verwirrt, er wusste nicht, wer er war und als er sah wie die Hühner ihre Körner pickten sprang er hinab um wieder zu ihnen zu gehören.
Unverzagt nahm der Zoologe den Adler am nächsten Tag mit auf das Dach des Hauses und drängte ihn wieder: "Du bist ein Adler. Breite deine Flügel aus und fliege". Doch der Adler fürchtete sich vor seinem unbekannten Selbst und der Welt und sprang wieder hinunter zu dem Hühnerfutter.
Am dritten Tage machte sich der Zoologe früh auf und nahm den Adler aus dem Hühnerhof mit auf einem hohen Berg. Dort hielt er den König der Vögel hoch in die Luft und ermunterte ihn wieder: "Du bist ein Adler. Du gehörst ebenso den Lüften wie der Erde. Breite deine Flügel aus und fliege".
Der Adler schaute sich um, sah zurück zum Hühnerhof und hinauf zum Himmel. Noch immer flog er nicht. Da hielt ihn der Zoologe direkt gegen die Sonne und da geschah es, dass der Adler zu zittern begann und langsam seine Flügel ausbreitete. Endlich schwang er sich mit einem triumphierenden Schrei hinauf gen Himmel.
Es mag sein, dass der Adler noch immer mit Heimweh an die Hühner denkt, es mag sein, dass er hin und wieder den Hühnerhof besucht. Doch soweit irgend jemand weiß, ist er nie zurückgekehrt und hat das Leben eines Huhnes wieder aufgenommen.
Es war ein Adler, obwohl er wie ein Huhn gehalten und gezähmt worden war.
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Ein Gedicht ausgesucht von
Ernst:
Ich Wünsche Dir Zeit.
Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,
ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben.
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freun und zu lachen,
und wenn Du sie nützt, kannst du was draus machen
Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedensein können
Ich wünsche Dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben,
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun
anstatt nach der Zeit auf die Uhr zu schaun.
Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
es hat keinen Sinn diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit zu dir selber zu finden
jeden Tag jede Stunde als Glück zu empfinden,
ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben
ich wünsche Dir :
ZEIT HABEN ZU LEBEN
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Ein Gedicht von Rene...
Flieg kleine Taube, flieg!
Hast dir die Flügel gebrochen
dein schönes Federkleid verdorben
Hast dich im dunklen Loch verkrochen
verfluchtest den Tag an dem du geboren
Nun flieg kleine Taube, flieg!
Das eigene Mitleid hat dich gestützt
Den Glauben an die Zukunft hast du verloren
Blind bist du deshalb abgestürzt
und dabei beinahe gestorben
Nun flieg doch kleine Taube, flieg!
Das einzige was du geliebt hast
hat dich beinahe umgebracht
Vergiss nun was du einmal warst
vorbei ist deine dunkle Nacht
Drum flieg kleine Taube, flieg!
Die Wunden heilen mit der Zeit
dein erster Tag fängt heute an
Oh doch du bist jetzt schon soweit
hab Mut und glaube fest daran
Und jetzt flieg kleine Taube. Flieg
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Ein Gedicht von Carola...
Auswege
Wirklich wollen wirklich
aufhören wollen
Hilfe fordern
Hilfe annehmen
lernen
Geduld
viel Geduld es wird leichter später
Glück gehört auch dazu
Glück haben die richtigen Leute finden
das erste Mal Glück spüren
ohne
ja das geht irgendwann versprochen
Wege sehen
Ziele haben kleine erst mal
manchmal nur den Tag überstehen
die nächste Stunde die nächsten zehn Minuten
wie ist am Anfang egal
Hauptsache ohne
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Und die Zeit läuft weiter........
Ein Gedicht von Michael
Da haben wir uns gesehen.......getroffen.....verliebt.....
Es gab nur uns.....
Schmetterlinge im Bauch... Liebe im Herzen....Vertrauen zueinander
Waren nur für uns da...
Sahen keinen anderen....
Und siehe da....Kinder der Liebe erblickten das Licht der Erde
Und staune.....auch ein Häuschen wurde gebaut.....
Alles auf der Säule der Liebe und des Vertrauens.....
Aber-Was das????
Das anfängliche Bierchen beim Feiern.....
Das plötzlich auch abends da war.....
Und gegen Wein getauscht wurde.....
War auf einmal auch schon morgens da......
Zuviel gefordert? Zuviel Stress? Vergangenheit?
Oh Frau - was ist passiert?
Hilfesuchende, matte Augen blicken mir entgegen....
Mutlosigkeit hat sich ein Plätzchen gesucht .....
Gestammelte Worte lassen mich schaudern...
Eine neue Liebe hat die Frau gefunden....
Nicht körperlich....nicht geistig......
Flüssig!!!
Der schlimmste Feind kam durch die Hintertür.....
Schleichend, nicht sichtbar, erbarmungslos, auf Liebe nicht achtend....
Hat sich in meinem Weib breit gemacht......
Hat sie uns weggenommen.......
Und zeigt mir seine Fratze.....
Und gibt mir zu verstehen - du bist machtlos.....
Leiden sollst du....lange Jahre. und immer Angst haben.....
Mich kannst du zwar verscheuchen...
Aber hüte dich......
Ich komme wieder....
Brauche nur ein Glas....
Und bin wieder da.....
Ich - der Alkohol!!!!!!
Ja - Alkohol, du hast es geschafft....
Angst habe ich.....
Um meine geliebte Frau.....
Nun ein Leben lang.....
Denn wer liebt verlässt nicht....
Aber bitte gib mir noch ein paar Jahre....
Nur ein paar Jahre....
Ohne dich, Alkohol...
Die ich mit meiner Frau verbringen kann....
Ohne in ein eingefallendes Gesicht blicken zu müssen....
Hilfesuchende Blicke.....
Falls euch mein Gedicht gefällt oder Ihr euch in der gleichen Situation befindet wie ich,
Mailt mir unter engel.alice@freenet.de
(Ist die E-Mail Adresse von mir und meiner Frau)
Gruß
Michael
|
| Simone schrieb uns folgendes
Gedicht:
Nun ist es geschehen
Nun ist es geschehen, ich habe sie verloren.
Die Frau, die mich vor 28 Jahren hat geboren.
Was soll nun geschehen was soll ich machen ?
Wer bringt uns Kinder denn jetzt zum lachen ?
Die Frau die ich meine Mutter nannt'
ihr "Freund" hat mich aus Ihrem Leben gebannt
"Er" hat Sie mir gestohlen mir geraubt
was dieser Alkohol sich alles erlaubt.
Einst war Sie stark und so lebensfroh
Und dieser Alkohol hat Sie gestohlen.... einfach so.
Nun sitze ich hier und schreibe alles nieder
In der Hoffnung andere Menschen "finden" sich wieder.
Ihre Angehörigen müssen nicht dieses Leid ertragen
Wie ich es nun zu tragen habe
Hört alle, was ich sage !!
Dieses Zeug macht Euch krank und schwach
Mein Gott werdet doch wach.
Oder wollt' Ihr das selbe Leid erleben wie meine Mutter es tat ??
Das Leben ist sinnlos ohne die Person die es geschaffen hat !!
Ich liebe Sie und habe alles versucht
Doch diese Macht ist einfach verflucht.
Ich hatte keine Chance zu helfen war so machtlos
Nun ist Sie gegangen und ich muss lassen los.
Es tut so weh , was soll ich machen
Kann nicht einfach so leben und wieder lachen.
Es ist erst am 10.07.2002 passiert ich weis
Ich werde wieder Leben um jeden Preis.
Aber ohne meine geliebte Mutter mein Herz
Wie groß ist doch dieser verdammter Schmerz.
So jung, so schön, so stark, so lieb
Dass ist alles was mir blieb.
In Bildern und Erinnerungen
Ich habe Sie die letzten Tagen verschlungen
Und so schöne Gedanken erlebt
Das alles in mir hat gebebt.
So werde ich Sie behalten so stark und schön
Und werde immer wieder an ihr Grab hingeh'n
Sie nie vergessen Sie für immer lieben
Denn das ist alles was ist mir geblieben.
Ein Kreuz auf dem Ihr Namen steht geschrieben.
|
Rene schrieb uns:
Nach meinem letzten Rückfall vor drei Wochen habe ich stationär
vierzehn Tage entzogen. Bei einem Gruppengespräch wurde ich gefragt wie ich mich jetzt fühle. Ich habe seit dem ein Bild im Kopf und zu "Papier" gebracht, welches mich nicht mehr los lässt: Ich sitze an einem frühen Sommermorgen in einem
Boot ohne Ruder, den Kopf in die Hände gestützt und grübelnd, auf einem einsamen See. Im Hintergrund das Ufer, nur schwach im Nebel zu sehen.

Das Bild beschreibt meine momentane Situation, gibt aber auch Hoffnung:
Der Tag ist noch jung. Trotz Nebel ist das Ufer in Sicht und eigentlich auch gar nicht so weit. Ich muss aufhören über
meine jetzige Situation zu grübeln, Initiative ergreifen und zum Ufer schwimmen. Hinter dem Wald gibt es sicher eine Siedlung in der ich Menschen kennen lernen werde mit denen ich eine bessere Zeit haben werde als meine Vergangene war. Ich muss es nur machen! |
| Ein Gedicht von
Helmut geschrieben:
Die Zeit des Trinkers
Die Zeit war still
mein Mut war groß.
Als ich in vielen frohen Stunden
bei Bier und Brandy schien gefunden
die sogenannten Freundesrunden.
Die Zeit war still
mein Mut noch groß.
Als ich den Fluss durchquerte,
das andere Ufer dann erschloss
und mich dagegen gar nicht wehrte.
Die Zeit war still
mein Mut lies nach.
Ich sah auf einmal mit Erschrecken
dass ich den Rückweg nicht mehr fand,
Das sich're Ufer konnt' ich nicht entdecken.
Die Zeit war schrill
mein Mut ganz klein.
Ich tanzte jetzt den Tanz der Sucht,
fand keinen Ausweg, keine Flucht.
Und wollte doch ein Meister sein.
Die Zeit verging.
Mut wich Verzweiflung.
An einem Glas mein Leben hing,
Alkohol - das war mein Ding.
Er nahm mir jede Hoffnung.
Die Zeit zerbrach.
Hochmut begann.
Du meisterst doch dein Leben!
Kleinigkeit! Ein Gläschen nur!
Hoch soll jetzt alles leben!
Die Zeit zerrann.
Der Übermut trug Frucht.
Er trieb mich tiefer in die Sucht.
Ich fing an Freunde zu verlieren.
Konnt's Trinken nicht mehr kontrollieren.
Die Zeit zerlief.
Und ich fiel tief.
Der Job, er ward zu einer Qual,
weil ich, um meinen Zustand zu kaschieren,
zur Lüge griff als einz'ger Wahl. |
Die Zeit blieb steh'n
begann sich zu genieren.
Doch ich trank weiter
bis Liebe, Frau und Kind
vergangen und vergessen sind.
Die Zeit zersprang.
Und schädeldröhnender Gesang
bestimmte jetzt mein Dasein.
Denn Leben war es nicht,
was mir noch blieb, nur Schein.
Die Zeit sie schwand.
Lies mich am Rand.
Bis ich an Herz und Geiste krank
Gemeinschaft in der Gruppe fand.
AA erweckte mich zum Leben.
Die Zeit ist schrill.
In mir ist's still.
Seit ich vor langer, langer Zeit
die Chance meines Lebens fand
mein Trinkerdasein überwand.
Die Zeit ist kurz.
Lang war der Wahn,
dem ich anheim gefallen war.
Ich weiß, dass ich mit Gott und Glück
im Leben wieder bin zurück.
Die Zeit ist klar.
Klar wie der Weg,
den ich mit vielen Freunden heute
und mit AA zum Ziel beschreite.
Bescheiden wurde ich zum Schluss.
Die Zeit vergeht.
Der Mut mir wächst,
dass ich in der Gemeinschaft dann
im wöchentlichen Gruppenmeeting
mein Leben doch noch meistern kann.
Helmut. 11.12.2001
|
|
Ein Gedicht von Ingo
ausgesucht:
Ich bin mächtiger als alle
Armeen der Welt.
Ich habe mehr Menschen kaputtgemacht
als alle Kriege.
Ich habe Millionen von Verkehrsunfällen
verursacht und mehr Heime und Familien
zerstört als alle Sturmfluten und
Überschwemmungen zusammen.
Ich bin der gemeinste
Dieb der Welt.
Ich stehle jedes Jahr
Milliarden.
Ich finde meine Opfer sowohl unter den
Reichen als auch unter den Armen,
unter jungen ebenso unter den alten Menschen,
unter Starken und Schwachen.
Ich bin ruhelos, heimtückisch
und unvorhersehbar.
Ich bin überall zu hause, auf der Straße,,
in der Fabrik, im Büro, auf der See
und in der Luft.
Ich gebe nichts und
nehme alles.
ich bin dein ärgster
Feind.
Ich bin der Alkohol |
| Eine Geschichte von Anja
geschrieben:
Karussell
Ich möchte so gern ein Gedicht schreiben von dem Karussellpferd, als das ich mich so oft fühlte. Einem Pferd, das alle Voraussetzungen besitzt, glücklich zu sein. Liebevoll angefertigt, reich verziert und von allen bewundert und geachtet. Mit stolzem Kopfschmuck, klaren Augen wie Saphire, einem hohen Rücken, an den sich weich ein kostbarer Sattel schmiegt. Die Beine sehnig, sprungbereit, voller Ungeduld und Unternehmungslust. Der Schweif schlingt sich im Galopp um die Hüften, die Mähne flattert im Fahrtwind. Stolz sprengt es im Kreis. Vorbei an den gaffenden Menschen. Unnahbar und ruhelos imaginären Zielen entgegen. Vor lauter Stolz bemerkt es nicht, daß es sich immer im Kreise dreht. Erst als die Hufe in der durch den eigenen Galopp getrampelten Rinne mehr und mehr an ihrer Jagd gehindert werden, wird das Pferd irritiert und spürt, daß etwas nicht stimmt. Es hetzt weiter und im Schwindel werden die Gaffenden zu einer gesichtslosen, verzerrten Masse und es spürt das Kind nicht mehr, das sich froh auf seinen Rücken setzte. Das ehemals glänzende Fell wird stumpf und matt wie auch die einstmals glänzenden Augen. Der Sattel beginnt zu scheuern, zu drücken, die Beine werden kraftlos und der Schweif verfilzt. Es macht Versuche, aus dem ewigen Kreis auszubrechen. Es spürt, daß dieses ewige sich-um-den-einen-Punkt-drehen sinnlos ist. doch jedesmal, wenn einer der Hufe einen Schritt aus der vorgetrampelten, vertrauten Bahn heraustritt und das Pferd Auge um Auge den Menschen gegenübersteht, schreckt 3es zurück und fällt in den Trott der alten Bahn zurück. Immer müder wird es. Fühlt sich mehr und mehr gezerrt und getrieben von der schonungslosen Maschinerie des Mittelpunktes, um das es schicksalhaft kreist, ein Kadaver, willenlos. Und doch: Es gab etwas, ein unbestimmtes Gefühl von Hoffnung, das es den Gedanken daran nicht aufgeben ließ, irgendwann den Weg der Verzweiflung verlassen zu können. An einem trüben Tag, als niemand mehr da war, der seinen Sattel besteigen oder es auch nur betrachten wollte und es eine Einsamkeit verspürte, die schmerzhaft war wie nie zuvor, da wußte es, das es keine Zeit, keinen anderen Ausweg mehr gab. Es senkte den Kopf, horchte tief in sich hinein, spürte noch einmal das Vibrieren der Maschinerie, die sein Leben bestimmt hatte hart und zwingend an seiner Seite und war innerlich so weit davon entfernt , daß das Neue, Unbekannte seinen Schrecken verlor. Mit einer neuen, plötzlich auflodernden Kraft, riß es sich los, setzte über den Graben hinweg, der sein Gefängnis war und sprengte mit zitternden Schenkeln in das Grau einer Landschaft, die den Namen Zuversicht trug.
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| Ein Lied von Garry neu
getextet:
Melodie nach "Timmy der Hamster" (Polygamie, Polygamo...)
Akkorde: C & G oder E & H7
Refrain der immer wieder wiederholt wird:
Noch ein Schnaps, noch ein Bier
Diese Freude gönn ich mir
Noch ein Schnaps noch ein Bier
Was wollt Ihr denn von mir
Es war einmal ein Säufer
Der saß allein` zu Haus
Es war einmal ein Säufer
Der sah ganz furchtbar aus
Refrain
Ich trink doch schon seit Jahren
Und es gefällt mir gut
Ich trink doch schon seit Jahren
War immer auf der Hut
Refrain
Hab immer schwer geschuftet
Und jeder war mein Freund
Hab immer schwer geschuftet
Und hab`s nur gut gemeint
Refrain
Nun sagt mein Chef "verschwinde"
Du säufst mir doch zuviel
Nun sagt mein Chef "verschwinde"
Und änd`re Dein Profil
Refrain
Zu Haus bei der Familie
Das gleiche blöde Spiel
Zu Haus bei der Familie
Sie sagt ich sauf zuviel
Refrain
Jetzt sitz ich hier und saufe
Was woll`n die all von mir
Jetzt sitz ich hier und saufe
Ich hol mir noch`n Bier
Refrain
Schon Monate alleine
Die Leber spiel verrückt
Schon Monate alleine
Ich bin der Welt entrückt
Refrain
Keiner gibt mir Hilfe
Alle laufen weg
Keiner gibt mir Hilfe
Hat alles keinen Zweck
Refrain
Ich glaub ich muss was machen
Sonst ist es mit mir aus
Ich glaub ich muss was machen
Ich halt das nicht mehr aus
Refrain
Da gibt es eine Klinik
Da geh ich morgen hin
Da gibt es eine Klinik
Ich glaube das macht Sinn
Refrain
Jetzt nach 16 Wochen
Es geht mir richtig gut
Jetzt nach 16 Wochen
Ich habe frischen Mut
Neuer Refrain !!
Nie mehr Schnaps, nie mehr Bier
So ein Leben wünsch ich mir
Nie mehr Schnaps, nie mehr Bier
Das wünsch ich mir und Dir
Meine Frau sitzt bei mir
Und hält mir mein Hand
Mein Chef hat angerufen
Und reicht mir auch die Hand
Neuer Refrain
Im folgenden die Akkorde langsam angespielt, mehr Sprechgesang
Die Moral von der Geschichte
Ich lebe wieder auf
Die Moral von der Geschichte
Es geht wieder Bergauf
Normaler Akkordschlag
Schnäpschen hin, Bierchen her
Dieses Zeug brauch ich nicht mehr
Schnäpschen hin Bierchen her
Auch ohne tanzt der Bär.
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| Ein Gedicht von Claudia:
Wirre Gedanken und Gefühle der Nacht
Es ist der Schmerz, den man in sich trägt,
es ist die Nacht, die man nur noch sieht,
es ist die Zeit, die man nicht mehr spürt,
es ist die Einsamkeit, die einen umgibt,
es ist die Kälte, die man auf der Haut wahrnimmt,
es ist die Hilflosigkeit, der man erlegen ist...
Die Welt scheint mir manchmal fremd,
ungewohnt und einfach anders,
so dass ich mich nicht in ihr zurechtfinden kann,
dass ich mich selbst fühle wie fehl am Platz,
gemacht, um so zu sein, wie ich bin:
eine andere.
Die Nacht schreibt die Regeln,
sie bestimmt wann es Tag wird
und wann sie diesen wieder in sich aufnimmt,
sie ist das Schwarz zu dem Weiß,
sie ist die Ruhe der Lebenden
und das Leben der anderen....
Die Traurigkeit ist mein Begleiter,
verflucht und doch gepriesen,
weggeworfen und wieder aufgehoben,
immer wiederkehrend,
aber auch vergänglich,
sie ist gehasst und doch geliebt,
denn, wenn sie vergangen ist,
bin ich wieder glücklich...
Mit viel Nachdenklichkeit verstreicht meine Zeit,
manchmal mich nicht in Ruhe lassend,
die ganze Nacht,
mir meinen Schlaf raubend
und meine Träume störend...
Gedanken umgeben mich,
schwirren in meinem Kopf umher,
verwirren mich manchmal sehr,
machen es mir schwer zu sehen,
was direkt vor mir ist,
gehüllt in Dunkelheit...
Das kleine Licht scheint flackernd, schwach,
es droht bald auszugehen,
die Hoffnung ist seine Energie,
gegen den starken Wind scheint diese doch nur zerbrechlich
und löst sich auf in Luft...
Das was ich will, bekomm ich nicht,
egal wie sehr es mich verzehrt, es scheint mein Schicksal zu sein,
zu verweilen allein...
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Eine
Geschichte von Paul*
Wie immer...
Aus dem Tagebuch der Deutsch-Langhaarhündin Tessa
Mein
Herrchen und ich lebten zusammen mit Frauchen in einem kleinen, gemütlichen
Häuschen mit Garten, das in einem kleinen Ort stand. Frauchen fuhr
6 Uhr morgens zur Arbeit, Herrchen und ich gingen Gassi. Tagein -
Tagaus, immer die gleiche Tour. Zunächst einen kleinen Weg entlang
zur großen Wiese. Keine Katzen da, na egal, jetzt machen wir erst
mal unser morgendliches Geschäft. Wie immer.
Wie
immer marschieren wir zu unserem Weiher, ich muss aber ganz leise
sein, denn gleich um die Ecke schlafen am Ufer die Wildenten. Ich
blicke angespannt zu ihnen hinüber und schleiche mich vorsichtig
an. In der klassischen Körperhaltung eines Jagdhundes verharre ich
einen Moment und fixiere mich auf eines dieser laufenden und
schwimmenden Flugtiere. Attacke, los geht’s, die Vögel scheuchen
auf, die einen springen ins Wasser, die anderen fliegen davon.
Wieder nichts, wie immer.
Jetzt
aber kommt die Aktion meines Herrchens, zielstrebig gehen wir auf
einen Kramerladen zu. Ich muss hier warten und setze mich neben
meinen stummen Freund, den Hydranten. Herrchen betritt den Laden und
verlässt diesen nach kurzer Zeit wieder. War er erfolgreich ?
Hurra, er hat die weiße Tüte in der Hand und die Zeitung unter dem
Arm! Eilig gehen wir jetzt nach Hause. Teller, Messer und Wurst auf
den Tisch, Tüte mit den frischen Semmeln ausgepackt. Herrchen
schneidet eines dieser Backwunder in zwei Hälften und belegt Sie
jeweils mit Wurst. Wir teilen brüderlich unser Frühstück. Jetzt
die Zeitung fürs Studium ausgebreitet, je ein Griff in die linke
und rechte Hosentasche und da sind sie wieder. Die von Herrchen so
begehrten, kleinen, flachen und mit brauner Flüssigkeit gefüllten
Fläschlein. Zwei Stück, wie immer. Nach drei Schlücken war das
erste geleert.
Während
Herrchen die Zeitung las und gelegentlich einen Schluck aus dem
zweiten Fläschlein nahm, ist für mich ein kleines Nickerchen
angesagt. Die Zeitung ausgelesen, das zweite Fläschchen
ausgetrunken, so begibt sich Herrchen jetzt eine Etage höher in
sein Büro. Computer eingeschaltet, ab ins Internet. Jetzt werden
Texte geschrieben und gedruckt, Telefonate geführt während aus dem
Radio angenehme Musik spielt. Ich bin jetzt ganz brav und lege mich
auf Herrchens Füße, denn Körperkontakt ist für mich sehr
wichtig. Ich bemerke jede Bewegung und kann somit nicht versäumen
ihm nachzugehen, wenn er das Zimmer verlässt. Die Zeit vergeht,
aber er bewegt sich nicht. Soll ich ihn darauf aufmerksam machen, dass
es Zeit für die zweite Runde ist?
Ich
versuch’s, packe ihn sanft am Bein und zerre etwas daran. Er
reagiert und fragt, was ich denn wolle. Er versteht meine Mimik und
sagt „geh’ma“. Ich spring auf und laufe zur Treppe. Mit
freudigem Gebell eile ich hinunter und warte sitzend an der Türe.
Herrchen kommt mir nach, greift meine Leine und steckt die Haustürschlüssel
ein. Ich darf die Türe öffnen und hinaus mit uns. Am offenen
Gartentor muss ich aufpassen, ob eines dieser fahrenden Automobile
vorbeifahren will. Nichts kommt! Den Weg hinauf zu den Feldern, ich
kenne den Weg auswendig und brauche auf Herrchen nicht zu warten. Plötzlich
eine Katze, sie liegt im Gras und putzt sich, ich erstarre, der Wind
steht günstig und sie bemerkt mich nicht. Nun aber los mit den
jungen Hunden, Katzenjagen ist angesagt. Jetzt hat sie mich bemerkt,
springt auf und rennt davon. Oh Gott! Was nun, sie überschlägt
sich, läuft aber weiter. Bloß nicht der Baum, schießt es mir
durch den Kopf. Ich hole auf, aber schon ist sie oben, das feige
Luder. Ich umkreise den Baum und verhindere damit ihre weitere
Flucht. Jetzt kommt auch Herrchen dazu und ruft „Tessa sitz“ und
ich sitze. Er legt mir die Leine an, schimpft aber nicht. Ich bin ja
ein Jagdhund. Wir gehen weiter, blicke noch ein paar mal zum Baum
zurück, kann die Katze jedoch nicht mehr sehen.
Er
löst die Leine wieder und ich stürme über die Wiese,
zwischendurch buddle ich einen Maulwurfhaufen um und nehme im Bächlein
ein Fußbad. Weiter geht’s jetzt, wie immer zum Getränkemarkt.
Vor der offenen Tür warte ich geduldig, während jetzt wieder
Herrchen seinem Jagdtrieb nachkommt. Ich begrüße kurz einen
kleinen Buben, der mit seiner Mutter ebenfalls in den Markt geht.
Auch Jagen, denke ich. Schon steht Herrchen wieder vor mir. War er
erfolgreich ? Zu Hause angekommen packt er seine Beute aus. Eins, zwei,
sogar drei Fläschchen zieht er
diesmal aus den Taschen und Zigaretten sind auch noch mit dabei.
Zufrieden leert er eines der Fläschchen und begibt sich wieder an
seine Arbeit. Wie immer.
Der
Nachmittag vergeht wie im Flug, ich habe keine Langeweile. Kinder
besuchen mich und spielen Fangen und Verstecken mit mir, schmeißen
den Ball und meinen gelben Igel
durch die Luft und freuen sich über meine Fang- und
Bringaktionen. Doch dann müssen sie wieder nach Hause. Ja aber
hallo, jetzt ist doch unser letzter Beutezug für heute angesagt.
Ich eile ins Haus, die Treppe hinauf und setze mich vor Herrchens
Schreibtisch. Herrchen ist in seine Arbeit so vertieft, dass er mich
nicht bemerkt. Ein kurzer Laut von mir lässt ihn jedoch aufblicken,
er weiß Bescheid und beendet seine Arbeit, geht zur Küche und
nimmt den Beutel mit den leckeren Sachen für die Enten, Leine und
Schlüssel müssen auch mit.
Unser
Weg führt durch den Ort direkt zu dem kleinen Getränkemarkt. Ein
paar freundliche Worte zu der Chefin, während ich meine
Streicheleinheiten von ihrer Tochter erhalte. Jetzt greift Herrchen
in einen Karton, der auf dem Schränkchen neben der Kasse steht und
nimmt wieder mehrere
dieser Fläschchen, sich umblickend verstaut er sie schnell in
seinen Taschen. Hoffentlich hat’s keiner gesehen, denkt er wohl,
legt einen blauen Zettel auf den Tisch und erhält von der Chefin
einen Silberling zurück. Unser Heimweg führt uns zunächst am
Blumenladen vorbei, dann zum Fischerhäuschen und Fischweiher, wo
sich die Enten sonnen. Mittlerweile sind auch zwei Schwäne im
Wasser und fauchen mich an. Herrchen setzt sich auf die Bank, ich
interessiert davor, öffnet den Beutel und entnimmt kleine Brotstückchen,
die er den Enten und Schwänen zuwirft. Jetzt könnte ich doch
...... , nein, darf das gefiederte Getier nicht verscheuchen.
Herrchen zündet sich eine Zigarette an, holt sich aus einer seiner
Hosentaschen ein Fläschchen, öffnet dieses, setzt zum Trinken an
und ... leer! Ab damit
in den Papierkorb, entsorgt, wie er sagt.
Wir
genießen die Ruhe und sitzen, ich habe dabei meinen Kopf auf seine
Beine aufgestützt, ganz entspannt mit Blick auf den in der
Abendsonne spiegelnden Weiher. Die Ruhe unterbricht Herrchen durch
das Öffnen des zweiten Fläschchens und dem Anzünden einer zweiten
Zigarette. So sitzen wir noch einige Minuten. Herrlich, wie immer.
Herrchen trinkt sein Fläschchen leer und entsorgt es wiederum. Wir
machen uns auf den Heimweg. Hurraaa! Frauchen ist auch schon
Zuhause, jetzt können wir den Tag gemütlich ausklingen lassen. Ich
bekomme eines dieser Knabberchen und lege mich zum Schlafen hin.
Während Frauchen und Herrchen zu Abend essen und
miteinander sprechen, höre ich wie Frauchen zu Herrchen sagt, es
ist gut, dass du morgen in die Klinik fährst und gegen deine
Alkoholkrankheit etwas unternimmst .Wenn du wiederkommst, wird es für
uns alle viel Neues zu erleben geben. Bei
dem Gedanken, was es alles noch zu erleben gibt, schlafe ich
zufrieden ein. |
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Nachdenkliches
von Promillo:
Glück
Was ist Glück? Ich
meine jetzt nicht das Glück, das man beim Spiel haben kann, oder
wenn man aus einer gefährlichen Situation unbeschadet rauskommt.
Nein ich meine mehr das innere Glück, die Zufriedenheit das
"sich wohl fühlen", die Geborgenheit. Rein medizinisch
gesehen ist Glück das Ausschütten von Endorphinen im Gehirn. Das
heißt der Körper reagiert in bestimmten Situationen, wie
beispielsweise.:
-
bei bestimmten Gerüchen
die man mit einer bestimmten Begebenheit in Zusammenhang bringt
(Zimtgeruch an Weihnachten, Geruch von gutem Essen)
-
das Anhören von
Musik die man mag
-
das Betrachten eines
schönen Gemäldes, einer Landschaft usw.
-
beim Erreichen eines
Zieles oder sportlichen Rekordes
So hat wohl jeder eine
ganz eigene Situation die bei Ihm/Ihr ein Glücksgefühl hervorruft.
Man kann das Gehirn bzw. die dafür zuständige Hormondrüse aber
auch dazu veranlassen Endorphine auszuschütten, in dem man
bestimmte Stoffe einnimmt. Dies kann aber auf die Dauer sehr
problematisch werden. Der Nachteil davon ist eigentlich sehr
einleuchtend.
Normalerweise kehrt ein Großteil der Endorphine nach einem
"natürlichen" Glücksmoment wieder zu dem Ursprungspunkt
(Drüse) zurück und bildet dort eine Art Vorrat für die nächsten
Momente. "Zwingt" man aber, mit anderen Stoffen ( Alkohol,
Extasy Heroin, Haschisch usw.) diese Drüse dazu Endorphin auszuschütten,
dann kehren eben nur wenige dieser Botenstoffe wieder zurück und
hinterlassen so ein Defizit. Man braucht auch immer mehr von diesen
Drogen, um wieder das gleiche Glücksgefühl hervorzurufen. Außerdem
ist dann nichts mehr da, von diesen Endorphinen, wenn man sie gerade
brauchen könnte. Man stumpft dann ab, und ohne Einnahme von diesen
Glücksbringern erscheint dann die Umwelt immer trostloser, man ist
unglücklich. Dies kann dann auch zu schweren Depressionen führen.
Glücklicherweise habe ich mich dazu entschlossen zu versuchen auch
ohne irgendwelche "Glückserzwinger" auszukommen. Es war,
und ist, nicht einfach nach dem Absetzen eben dieses Stoffes,
zufrieden zu sein. Aber es geht immer besser.
Ich bin heute morgen um fünf Uhr aufgewacht und habe mich im Bett
gewälzt und mir Gedanken über meine Zukunft gemacht. Über
Schulden die ich noch zu bezahlen habe, über meinen Vater der im Frühjahr
starb, die Mutter die jetzt alleine ist, das Elternhaus das jetzt
zur Renovierung ansteht, was die Kinder wohl noch machen werden, und
über meine jetzige Frau, die immer noch an meiner Seite ist. Ist
das Glück fragt Ihr jetzt sicher? Ich denke ja!
Als ich noch getrunken habe war an so was überhaupt nicht zu
denken. Das war mir alles so egal. Natürlich habe ich in "nüchternen"
Momenten auch nachgedacht aber wenn ich, wie meistens, keine Lösung
fand dann war ja mein Glücksbringer immer in der Nähe und somit
hatte sich das Thema dann auch erledigt.
Heute bin Ich glücklich wenn:
-
ich mit den Kindern
was unternehmen kann (Ausflug, Hausaufgaben, Spielen)
-
ich mit meiner Frau
über Probleme reden kann
-
ich für jemanden
"da" sein kann
-
ich weiß das mich
andere Respektieren
-
ich wieder 24
Stunden trocken war
-
ich Freunden und
Verwandten in schweren Zeiten beistehen kann
-
ich mich über
"Kleinigkeiten" oder "Alltägliches" freuen
kann ( schönes Wetter, ein Kuss von meiner Frau,
Vogelgezwitscher am Morgen, ein schönes Panorama)
-
ich mich sportlich
betätigen kann
-
ich mit Vorgesetzten
reden kann, ohne Minderwertigkeitsgefühle
-
ich Bank- oder
Amtsgeschäfte erledigen kann
-
ich mich mit anderen
freuen kann
...und das alles ohne
Alkohol!
Was bedeutet "Glück"
für Dich?
Denk daran: Jeder ist seines Glückes Schmied! |
| Ein Gedicht von Alice:
Die Vergangenheit überholt
Die Gegenwart überfordert
Die Zukunft überfällt
oder
Die Vergangenheit bewältigen
Die Gegenwart beurteilen
Die Zukunft beginnen |
Zum Nachdenken von Ike aus Belgien:
Der lange harte Weg
Der Versuch das Leben ohne Alkohol zu gestalten
ist ein harter Weg mit Fallen und Aufstehen. Manch einem fällt es
leichter, ein anderer wieder muss schwer kämpfen. Die Außenwelt will
von diesen Problemen nichts wissen - es wird oftmals dumm und
unbegreiflich reagiert. Wir trockenen Alkoholiker müssen oft die Zähne
zusammenbeißen. Es kommt auch vor, dass Menschen Spaß daran haben,
wenn wir rückfällig werden. Manche Menschen bewundern uns auch. Es tut
sich die Frage auf: Warum bin ausgerechnet ich es, der nicht mit Alkohol
umgehen kann? Die Antwort darauf ist für mich unterschiedlich: 1. Ich
habe beschlossen, nicht mehr zu trinken. 2. Ich probiere nicht mehr zu
trinken und das geht mit Fallen und Aufstehen. 3. Wer rückfällig ist
oder war darf nicht verzweifeln sondern sollte ehrlich zu sich selbst
sein.
Niemand ist vor dem Rückfall sicher - jedem kann es passieren.
Unser Problem ist der Alkohol und wir müssen
konstant auf uns achten. Es ist ein harter Weg, aber er ist zu schaffen
- mit Selbsthilfegruppen und Kontakt zu Gleichgesinnten. Auch sollten
wir auf Ratschläge von anderen Betroffenen hören. Ein anderes (neues)
Leben aufzubauen ist sehr schwer. Ich stelle mit oft die Fragen: Muss es
so weitergehen? Ist es die Mühe wert? Meine derzeitige Antwort darauf
ist "ja". Ich will nüchtern bleiben. Nüchtern werden oder
sein ist ein langwieriger Prozess, jeder sammelt dabei seine
persönlichen Erfahrungen. Manch einer sieht es durch die "rosa
Brille" und manch einer sieht es schwarz.
Das Nüchtern sein ist eine Sache für sich und
mit dem Rest muss ich noch lernen umzugehen und das ist dann der
"lange harte Weg".
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Termine
Zuletzt aktualisiert am: 10.07.2010
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