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Wie gründe ich eine Selbsthilfegruppe?

Eine passende Selbsthilfegruppe zu finden, gestaltet sich nicht immer einfach. Das Angebot an bestehenden Gruppe ist zwar sehr vielfältig, dennoch kann es sein, dass ausgerechnet in Ihrer Nähe keine geeignete Gruppe zu finden ist. Wenn Sie sich entschlossen haben, eine eigene Selbsthilfegruppe zu gründen, gilt es einige wichtige Punkte zu beachten. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen können. 


1. Zunächst müssen Sie Menschen finden, die in gleicher Weise vom Alkoholismus betroffen und/oder angehörig sind:
  • Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis
  • Informieren Sie Ärzte, Sozialarbeiter und andere Einrichtungen, dass Sie Betroffene und/oder Angehörige suchen.
  • Nutzen Sie die "schwarzen Bretter" in Geschäften, Büchereien, Gemeindehäusern, Apotheken und Arztpraxen.
  • Fragen Sie beim Pfarrer oder Pastor nach, ob er Betroffene und/oder Angehörige in der Gemeinde kennt.
  • Inserieren Sie in einem lokalen Anzeigenblatt. Viele Anzeigenblätter bieten für Selbsthilfegruppen sogar einen kostenlosen Service. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, kostenlos einen kleinen Artikel zu veröffentlichen.
2. Im nächsten Schritt sollten Sie sich über die Raumfrage Gedanken machen. Wo sollen die künftigen Gruppentreffen stattfinden. Das erste Treffen kann vielleicht noch privat zu Hause oder in einem ruhigen Zimmer einer Gaststätte stattfinden. Auf Dauer gesehen ist das aber keine gute Lösung, denn in einer Gaststätte besteht meist Verzehrzwang und für nicht wenige Alkoholkranke ist der Besuch eines Gasthauses problematisch. Wo und wie finde ich neutrale Räumlichkeiten?
  • Volkshochschulen oder anderen Bildungsinstituten
  • kirchliche Gemeindehäuser
  • Bürgerhäuser oder andere Einrichtungen der Gemeinde
  • Verbänden der freien Wohlfahrtspflege (AWO, Caritas, DRK, Diakonie etc.)
  • Schulen Kindergärten, Jugendfreizeitheimen
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Arztpraxen
  • Gesundheits-, Sozial- und Arbeitsämtern
  • psychosoziale Beratungsstellen
  • Auch die Selbsthilfekontaktstellen können bei der Raumsuche behilflich sein.
3. Auch das leidliche Thema Finanzierung muss geklärt werden. Auch Selbsthilfegruppen brauchen Geld, wofür eigentlich?
  • Miete für den Gruppenraum
  • Kopier- oder Druckkosten von Informationsmaterialien, Einladungen etc.
  • Schaltung von Inseraten
  • Telefon- und Portokosten
  • Anschaffung von Fachliteratur
  • Teilnahmekosten von Fortbildungsveranstaltungen
  • Fahrtkosten 
  • Gruppenfreizeiten
Überlegen Sie sich also bereits im Vorfeld, wie sich die Gruppe später finanzieren soll.
  • Beim Treffen eine Sammelbüchse herumreichen?
  • Soll ein regelmäßiger Mitgliedsbeitrag erhoben werden?
  • Soll die Gründung eines gemeinnützigen Vereins angestrebt werden (als gemeinnütziger Verein können Sie steuerlich absetzbare Spenden oder auch Bußgelder entgegennehmen)?
  • Besteht die Möglichkeit von öffentlichen Fördermitteln (öffentliche Hand, Krankenkassen, andere Organisationen)? Wenden Sie sich diesbezüglich an die Selbsthilfekontaktstelle Ihres Landkreises.
  • Besteht die Möglichkeit einen passenden Sponsoren zu finden?
  • Erlöse durch Basare oder Tombolas erzielen?
Bei der Annahme von Spenden und Sponsoringbeiträgen stellt sich die Frage der Versteuerung. Sponsoring- und Spendengelder sind aus der Sicht der Unternehmen Betriebsausgaben, die von der Steuer als Werbungskosten absetzbar sind. Für Ihre Gruppe sind solche Gelder aus Sicht der Finanzämter Einnahmen, die prinzipiell zu versteuern sind. Als gemeinnütziger Verein haben Sie für solche Einnahmen einen Freibetrag. Lassen Sie sich steuerlich beraten - beim Steuerberater oder zuständigen Finanzamt.

4. Erstellen Sie ein Konzept, wie die Gruppentreffen ablaufen sollen. Hier ein Beispiel wie ein Gruppentreffen gestaltet werden könnte:
  • 19.30 bis 20.00 Treffen der Gruppenmitglieder, gemeinsames Plaudern und Kaffeetrinken
  • 20.00 bis 20.30 Beginn des offiziellen Teils. Grußrunde (Grüße von Nichtanwesenden ausrichten), Bekanntgabe von Terminen, allgemeine Besprechungen der Gruppe
  • 20.30 bis ca. 21.30 am besten Aufteilung in Kleingruppen, intensive Gespräche in der Kleingruppe. Falls aus räumlichen Gründen oder mangels Teilnehmer keine Aufteilung in Kleingruppen möglich ist, intensive Gespräche in der Großgruppe
  • 21.30 - 22.00 Pause
  • 22.00 - 22.30 Abschlussrunde, allgemeiner Kurzbericht über den Ablauf in der Kleingruppe. Denkanstoß für die kommende Woche, Verabschiedung

Eine Selbsthilfegruppe ist mehr, als nur ein wöchentliches Treffen. Die Ziele sind:
  • aus der Verzweiflung herauszufinden und neuen Mut zu fassen
  • der Wunsch, sich selber in der Begegnung mit anderen Menschen kennen zulernen
  • Informationen zu bekommen
  • Unterstützung und Verständnis bei Menschen zu finden, die eine ähnliche Lebenssituation aus eigener Erfahrung her kennen
  • einen neuen Kreis von gleichgesinnten Freunden zu finden
  • gemeinsame Aktivitäten zu planen und durchzuführen

In der Gruppe sollte sich ein starkes "Wir"-Gefühl entwickeln. Durch gegenseitige Hilfe ist das zu realisieren
  • Austausch von Telefonnummern und Adressen für den Notfall
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Grillabende, Radtouren und Ausflüge
  • Verbredungen untereinander
  • Besuch und Austausch mit anderen Selbsthilfegruppen
  • Besuch und Austausch mit Therapie-Einrichtungen, Ärzten und Psychologen
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Zuletzt aktualisiert am: 19.05.2017




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