Kontrolliertes Trinken . . .
WIE LANGE
. . . soll das gutgehen???
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IAB. In jüngster Zeit
wird von verschiedenen Seiten für "kontrolliertes Trinken"
propagiert. Renommierte Zeitschriften berichten darüber, ein auf dem
Gebiet Suchtproblematik bekannter Autor widmet diesem Thema eine eigene
Website, und sogar manche Ärzte und Therapeuten vertreten diese Theorie.
Um es gleich vorweg zu nehmen - wir sprechen uns
gegen derartige Ansätze aus. Mehr noch, wir halten es für gefährlich,
solche Theorien zu verbreiten! Auch wenn teilweise darauf hingewiesen
wird, dass sich "kontrolliertes Trinken" bei bestimmten
Indikationen nicht realisieren lässt, kann es bei Betroffenen falsche
Hoffnungen wecken.
Wir möchten mit dieser Aktion aufklären und
Betroffene (insbesondere trockene alkoholkranke Menschen) vor Versuchen
mit "kontrollierten Trinken" eindringlich warnen.
Was besagt die Theorie "Kontrolliertes Trinken"?
"Kontrolliertes Trinken" heißt, den
eigenen Alkoholkonsum nach einem zuvor festgelegten Trinkplan und nach
bestimmten Regeln auszurichten.
An wen richtet sich "Kontrolliertes Trinken"?
Es ist ursprünglich für Menschen gedacht, die zwar
viel Alkohol trinken, dabei aber (angeblich) nicht alkoholabhängig sind.
In der Tat gibt es "Vieltrinker" ohne Suchtstruktur, jedoch ist
diese Spezies weniger häufig vertreten. Da jedoch die Übergänge
zwischen Missbrauch, Abhängigkeit und Sucht fließend sind, kann niemals
mit Gewissheit festgelegt werden, wer das Prinzip "Kontrolliertes
Trinken" anwenden kann und wer nicht.
Die Sache hat einen Haken!
Bei Betrachtung der einzelnen Phasen der
Alkoholsucht ist das "Trinken nach einem bestimmten Schema" ein
fast fester Bestandteil der sogenannten kritischen Phase. In dieser Phase
sind die Betroffenen jedoch bereits in ihrer Sucht gefangen. Nur Abstinenz
könnte den Fortschritt der Alkoholkrankheit stoppen.
Warum "Kontrolliertes Trinken" nicht funktionieren kann!
Viele Menschen können in Maßen trinken - es heißt
sie können mit Alkohol umgehen. Sie trinken gelegentlich, verspüren kein
Verlangen nach mehr Alkohol und haben auch keine Probleme, auf das Trinken
zu verzichten.
Wer jedoch einer selbst, oder auch therapeutisch auferlegten Kontrolle
bedarf, hat bereits ein ernsthaftes Alkoholproblem! Der Versuch,
"kontrolliert" zu trinken zeigt, dass zuvor ein Kontrollverlust
eingetreten sein muss. Nun wird probiert, "kontrolliert" zu
trinken, was aber zu keinerlei Befriedigung des Trinkverlangens führen
kann, da die Betroffenen nicht mehr die Menge bekommen, die sie
bräuchten, um sich wohlzufühlen. Vergleichen wir es mal damit: Man hat
fürchterlichen Hunger, bekommt aber nur ein Salatblatt zugeteilt und soll
damit satt und zufrieden sein.
Für die Betroffenen ist das "Kontrollierte Trinken" folglich
mehr eine Qual, als ein Nutzen. Es werden Bedürfnisse geweckt, die nicht
befriedigt werden. Es ist im Endeffekt also leichter, ganz auf den Alkohol
zu verzichten.
Der "kontrolliert" trinkende Alkoholkranke - eine tickende Zeitbombe!
Viele trockene Alkoholiker meinen, nach einer
kürzeren oder längeren Abstinenzphase, wieder mit Alkohol umgehen zu
können. Nicht wenige fallen durch Publikationen über
"Kontrolliertes Trinken" in diesen Irrglauben. Der Alkoholkranke
versucht nun nach seinem oder vom Therapeuten empfohlenen, vorher
festgelegten, Trinkschema Alkohol zu trinken. Erstaunlicherweise mag es
bei dem ein oder anderen über einen gewissen Zeitraum zu funktionieren -
aber die Zeitbombe tickt!
In den uns (zahlreich) bekannten Fällen wurde die sich zugestandene oder
vereinbarte Alkoholmenge eigenmächtig nach und nach gesteigert. Am Ende
wurde exzessiver als je zuvor getrunken.
Für uns sind derartige Experimente "kontrolliert" zu trinken
nichts anderes als schleichende Rückfälle. Anzumerken ist zudem, dass
die meisten, die sich in "kontrolliertem Trinken" versucht
haben, binnen kürzester Zeit (ca. 2 bis 4 Wochen) wieder in ihr altes
Trinkmuster zurückgefallen sind. Uns ist kein Fall bekannt, der es
länger als ein Jahr geschafft hat!
Fazit
Wir warnen ausdrücklich davor, unter gegebenen
Voraussetzungen "Kontrolliertes Trinken" auszuprobieren! Es ist
unverantwortlich, dass Leute, von denen man eigentlich annehmen sollte,
sie hätten die nötige Fachkenntnis, zu diesen gefährlichen Versuchen
animieren. Und noch schlimmer, dies als therapeutische Maßnahme zu
verkaufen und sich so auf Kosten derer, die ihnen guten Glaubens
vertrauen, zu bereichern. |
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