CT Pfingsten 2004

Mein erstes CT hatte ich vor etwa 5 Jahren.

Ich hatte grausige Angst, was wohl dabei herauskommt. Mit Krücken schleppte ich mich schneckengleich in die radiologische Gemeinschaftspraxis um ein Computertomogramm von meinem Knie machen zu lassen.
Dort wurde ich dann gefesselt und mit Ohrenschützern versehen in die Röhre geschoben, einsam und unglücklich….

Aber ich wollte ja von meinem zweiten CT an Pfingsten 2004 in Bergneustadt berichten.

Auf dieses CT habe ich mich riesig gefreut, egal was dabei herauskommt. Mit meinem BMW raste ich so schnell ich konnte ins bergische Land, um endlich die Leute kennen zu lernen, die mir zum Teil schon so vertraut geworden waren.

Dort wurde ich dann herzlich empfangen, mit Namensschild versehen und zwischen lauter nette Leute geschoben, in Gesellschaft und glücklich….

In den ersten Stunden habe ich noch nie so viele Kettenraucher auf einem Haufen gesehen. Während ich mir eine Zigarette nach der anderen ansteckte, dachte ich bei mir, die sind vielleicht nervös, weil es komisch ist, viele fremde Menschen zu treffen, die man eigentlich schon kennt. Oder es sind Initiatoren und Helfer der Veranstaltung, die aufgeregt sind, wer denn von den Angemeldeten so alles eintreffen wird, ob man bei den Vorbereitungen an alles gedacht hat….

Doch das änderte sich schnell. Mit Namensschild versehen wussten auch diejenigen, die niemanden oder nur manche von Bildern kannten, wen sie vor sich hatten. Schnell kam man ins Gespräch, das Wetter war wunderschön. Die Atmosphäre war sehr entspannt, heiter, fröhlich und das ganz ohne Bier vom Fass oder Maibowle…. Landschaftlich schön gelegen, waren Spaziergänge durch den Wald zur Angertalsperre ein Muss, auch angesichts der reichlichen, wohlschmeckenden Verköstigung….

So mancher machte es spannend indem das Namensschild mit dem Chatternamen an nicht sichtbaren Stellen angebracht wurde, aber auch sie wurden auf charmante Weise enttarnt. Überhaupt war es spannend, die Eindrücke, die man im Chat gewonnen hatte, mit dem realen Verhalten der Personen in Einklang zu bringen. Dass ich dabei auch bei kleinen Unterschieden ausschließlich positive Erfahrungen gemacht habe, mag daran liegen, dass sich jeder nur von seiner besten Seite gezeigt hat, nämlich seiner eigenen. Das wiederum war der guten Atmosphäre zu verdanken, in der jeder zunehmend auftauen musste, auch wenn er noch so zurückhaltend war.

Für die Süchtigen unter uns stand auch ein Laptop zur Verfügung, wo mittels Beamer und per Zuruf am üblichen Chatgeschehen teilgenommen werden konnte. Auch wenn ich diesen Vorwurf weit von mir weise, kam ich erst sehr sehr sehr spät ins Bett. Führte mich meine Suche nach einem leeren doch komischerweise zufällig am Computerraum vorbei, wo ich inzwischen bekannte Gesichter antraf.

Ob sich mein Schnarchen harmonisch in das der anderen einfügte, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Es waren halt nur wirklich nette Menschen beim ct. Wo doch meine Zimmergenossen bereits wieder am Samstagmorgen an der Vereinssitzung teilnahmen, als ich noch friedlich in Morpheus Armen schlummerte. (Den Pfingstochsen dürfte ich als Spätaufsteher an beiden Tagen gegeben haben)

Überhaupt hätte ich selbst beinahe überhaupt nichts dazugetan. Wo doch sonst so viele Helfer fleißig zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen, die ich namentlich nur deshalb nicht erwähne, weil ich im Boden versinken würde vergäße ich auch nur einen einzigen.

Obwohl eines muss ich mir doch zurechnen lassen. Nachdem ich beiläufig im chat gefragt worden war, ob ich nicht etwas über eine Fortbildung zum Thema „Über den Umgang mit Suchtkrankheiten im Unternehmen“ die ich selbst kürzlich besuchte, berichten wolle, erklärte ich mich bereit, was zu erzählen. Als ich erfuhr, dass ich der einzige sein würde, der etwas referieren würde und die Teilnahme für alle verpflichtend sei, griff ich instinktiv in meine Hosentasche um mein Herz zu suchen.

Aber dank der aufmerksamen, regen und engagierten Teilnahme aller Anwesenden, wie ich sie auch aus dem chat kenne, kamen wir alle in den Genuss von fast zwei rauchfreien Stunden, auch ein Erfolg. Dass mich weder die Raucher, noch die Gourmets, die hungrig auf Gegrilltes warteten, ans Kreuz nagelten ist ein weiterer Beleg für die Freundlichkeit der Menschen, deren Gesellschaft ich an diesem Pfingstwochenende genießen durfte.

Leider gibt es aber auch etwas sehr Negatives über das ct zu berichten, was hier nicht unerwähnt bleiben soll:

Die Zeit verging viel zu schnell!

In diesem Sinne bis nächstes Jahr

rob